Qualcomm will AMD & Intel ab 2023 mit neuen ARM-CPUs schlagen

Roland Quandt am 16.11.2021 16:21 Uhr
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Qualcomm will Intel und AMD mit seinen kommenden Prozessoren für Desktop- und Laptop-PCs den Rang ablaufen. Es gehe um nichts anderes, als das "Performance Benchmark" für Windows-PCs zu setzen, verkündete der US-Chipkonzern. Erste Geräte sollen ab 2023 kommen.

Wie Qualcomms Chief Technology Officer (CTO) Jim Thompson während des derzeit stattfindenden Investorentags des US-Konzerns verlauten ließ, will man in den kommenden Jahren mit großen Ambitionen im Markt für Desktops und mobile PCs einsteigen. Möglich macht dies der aktuelle Trend, bei dem sich der PC-Markt praktisch auf Qualcomm zu entwickelt.

Qualcomm will bei Windows-Systemen Intel & AMD überholen

Gemeint ist damit wohl auch, dass zum Beispiel Apple voll auf ARM-SoCs setzt und selbst Intel inzwischen begonnen hat, diverse Konzepte aus der ARM-Welt zu übernehmen, um seine Chips langfristig energiesparender und effizienter zu machen. Offenbar muss sich Intel auf massive Konkurrenz von Qualcomm einstellen, zumindest wenn sich die vollmundigen Ankündigungen des wichtigsten Lieferanten von Smartphone-SoCs bewahrheiten.

Qualcomm Investor Day 2021
Qualcomm hat bei PCs Großes vor

Thompson kündigte an, dass man in ungefähr neun Monaten erste Samples der von Qualcomm entwickelten neuen CPUs für Windows-Systeme für Partner verfügbar machen will. Diese nutzen dann die von den Spezialisten der Firma Nuvia entwickelten neuen ARM-basierten CPU-Kerne.

Einzige Schwäche: Nuvia löst Qualcomms letztes Problem

Qualcomm hatte Nuvia vor einiger Zeit aufgekauft, nachdem das junge Unternehmen von ehemaligen Mitarbeitern von Apples ARM-Entwicklungsteam gegründet wurde. Durch Nuvia habe man die "einzige verbleibende Schwäche" in Qualcomms Portfolio ausmerzen können, so Thompson.

Nuvia liefert nach Angaben von Thompson alle Voraussetzungen, um sich in Sachen CPU-Performance und -Effizienz bei Windows-basierten Geräten an die Spitze zu setzen. Dank dem Zukauf könne sich Qualcomm unter anderem langfristig die Marktführerschaft in Sachen Dauerleistung und Akkulaufzeit sichern. Die ersten Geräte auf Basis von Qualcomms neuen Chips sollen ab dem Jahr 2023 auf den Markt kommen, hieß es weiter.

Qualcomm Investor Day 2021
Auch die Grafikeinheiten von Qualcomm sollen für Desktop-PCs geeignet sein - inklusive Gaming

Wer nun denkt, dass Qualcomms Chips auf mobile Geräte beschränkt bleiben dürften, liegt nach Angaben des CTOs falsch. So sei man in der Lage, die neuen CPUs, aber auch die hauseigenen Grafiklösungen, ohne weiteres so zu skalieren, dass damit ausreichend Leistung für Desktop-Gaming zur Verfügung stehen soll. Letztlich wolle man auch dabei wieder "Best in Class"-Performance bieten. Die Adreno-GPUs seien durchaus auf 15 und mehr TFLOPs Leistung skalierbar.

Qualcomm setzt bei seinen PC-Plänen nach Angaben von Thompson vor allem auf die Kombination aller wichtigen Komponenten in einem System-on-Chip (SoC). CPU, Grafikeinheit, Konnektivität und diverse Beschleuniger sollen also in künftigen PCs wie in Smartphones in einem Chip untergebracht werden. Auch in diesem Bereich schreitet die Entwicklung zugunsten von Qualcomm voran, hieß es. Als Beispiel nannte Thompson den Trend, auch bei PCs diverse spezialisierte Beschleuniger-Hardware für bestimmte Aufgaben zu integrieren bzw. deren Unterstützung durch die Betriebssysteme zu ermöglichen.
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