ARM-Übernahme: Großbritannien prüft Gefahr für nationale Sicherheit

Witold Pryjda am 16.11.2021 12:20 Uhr
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2020 hat Nvidia bekannt gegeben, dass man den britischen Chipdesigner ARM übernehmen wird. Das 40-Milliarden-Dollar-Geschäft ist aber immer noch nicht durch, denn es gibt diverse kartellrechtliche Bedenken. Nun kommen auch noch Fragen der nationalen Sicherheit hinzu.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich Wettbewerbshüter den Deal genauer ansehen, zuletzt hat im Sommer die chinesische Regierung die Übernahme gebremst. Hier spielten aber wohl wirtschaftspolitische Hintergründe eine Rolle, China will den Unternehmen aus dem eigenen Land einen möglichst großen Vorteil verschaffen.

Bedenken zum Wettbewerb und der nationalen Sicherheit

Die britische Regierung hat indes andere Bedenken, man sorgt sich um die nationale Sicherheit. Denn bei ARM Limited handelt es sich um ein Unternehmen, das seinen Sitz in Cherry Hinton, einer Vorstadt von Cambridge, hat. Und die Führung des Vereinigten Königreichs hat Sorge, dass dadurch sensible technologische Geheimnisse nach außen gelangen könnten.

Nadine Dorries, die für Digitales zuständige Ministerin, hat deshalb eine "Phase 2"-Untersuchung der britischen Wettbewerbsbehörde Competition & Markets Authority (CMA) angeordnet. Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf einen Bericht der Zeitung Sunday Times schreibt, hat die CMA bereits im vergangenen August Warnungen ausgesprochen. Diese waren allerdings "nur" kartellrechtlicher Natur: Die Markthüter kamen zur Ansicht, dass eine Fusion der beiden Unternehmen den weltweiten Wettbewerb, der mit der Chiptechnologie in Zusammenhang steht, einschränken könnte.

Ausgang ungewiss

Eine tiefgehende Untersuchung der britischen Behörden würde die Absegnung des Deals noch weiter verzögern, denn das Ganze bräuchte rund sechs Monate. Der Ausgang ist ungewiss: Die britische Regierung könnte die Übernahme absegnen, Auflagen ausgeben, aber auch komplett untersagen.

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