Tencent: Drei neue Chips und ein passendes Betriebssystem aus China

Christian Kahle am 05.11.2021 08:16 Uhr
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Der Tech-Konzern Tencent entwickelt sich zum nächsten Beispiel dafür, wie stark die Sanktionen seitens der USA die Entwicklung eigener Chip-Technologien in China vorantreiben. Gleich drei neue Designs stehen hier in den Startlöchern.

Seitens der USA versucht man nun seit einigen Jahren, sich den Konkurrenten China mit härteren Sanktionen vom Hals zu halten - unter anderem, indem man den Zugang zu wichtigen Technologien im IT-Bereich erschwert. Allerdings deutet sich immer stärker an, dass dies ordentlich nach hinten losgehen kann. Denn die Bestrebungen zur Entwicklung von Alternativen, mit denen sich China unabhängig von den USA machen will, wurden so massiv befeuert.

Aktuellstes Beispiel hierfür ist Tencent, wie aus einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters hervorgeht. Der Tech-Gigant ist auf eine wachsende Leistung seiner Datenzentren angewiesen, um seine Dienste betreiben und weiterentwickeln zu können. Da es inzwischen schwierig geworden ist, Server-Prozessoren bei Intel oder AMD einzukaufen, wurde die eigene Entwicklungs-Abteilung auf das Problem angesetzt. Diese konnte nun gleich drei neue Designs vorstellen, die auf verschiedene Anwendungsbereiche optimiert sind:


Orca als verbindende Plattform

Die drei Chip-Architekturen dürften zukünftig die Basis der Datenzentren darstellen, auf denen Tencent seine zahlreichen Services betreibt. Darüber angesiedelt ist ein neues Cloud-Betriebssystem namens Orca. Zu diesem gibt es zwar ebenso wenig konkretere Angaben wie zu den Grundlagen, auf denen die Chip-Entwicklung aufbaut, allerdings lässt sich vermuten, dass es sich hier um ein angepasstes Linux-System handelt, das auf die Arbeit mit den neuen Prozessoren, die vermutlich auf ARM-Cores basieren, optimiert ist.

"Angesichts der Szenarien mit starken wirtschaftlichen Anforderungen hat Tencent einen langfristigen Plan gefasst und Investitionen in die Chip-Entwicklung getätigt", sagte Konzernmanager Tang Daosheng. Das dürfte auch die chinesische Halbleiter-Industrie weiter voranbringen, die hinsichtlich ihrer Prozess-Technologien noch nicht auf dem Stand der großen Hersteller TSMC (Taiwan) und Samsung (Südkorea) angekommen ist.

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