Geldwäsche-Ring bei Twitch: Streamer und Hacker machen Millionen

John Woll, 04.11.2021 15:16 Uhr 4 Kommentare
Warum verdienen Streamer mit kaum Zuschauern richtig viel Geld? Beim genauen Hinschauen zeigt sich ein dreister Geldwäsche-Ring. Laut Berichten sollen mit dieser Masche alleine in der Türkei fast 10 Millionen US-Dollar gewaschen worden sein.

Es ist eine dreiste Masche, die Geldwäsche über Twitch ermöglicht

Der Twitch-Leak, bei dem eine Fülle an vertraulichen Informationen, wie der Souce-Code und die gesamten Auszahlungen, der Streaming-Plattform ins Netz geraten war, ist erneut Basis für eine spannende Enthüllung. Wie die Nachrichtenagentur Middle East Eye berichtet, konnte eine Gruppe türkischer Streamer auf Basis der Daten einen Geldwäsche-Ring aufdecken.

Die Masche ist dabei dreist und einfach: Wie ein Blick auf die Auszahlungsdaten schnell zeigt, hatten tausende Streamer, die über kaum Aufrufe oder Follower verfügten, tausende Dollar im Monat mit so genannten Bits verdient. Das funktioniert in etwa wie Trinkgeld, das Zuschauer von Twitch kaufen und dann ihren Lieblings-Streamern zukommen lassen können.

Kriminelle hatten mit klassischem Kreditkartenbetrug zunächst Bits erworben und dann mit Streamern Vereinbarungen getroffen: 20 Prozent sollte bei den Streamern verbleiben, während 80 Prozent des erhaltenen Geldes auf verschiedene Bankkonten, die den Hackern gehörten, zurücküberwiesen wurden.

Seit Jahren vermutet

Nach Berechnungen der türkischen Nachrichten-Website Haberler wurden in den letzten zwei Jahren auf diese Weise insgesamt 9,8 Millionen Dollar gewaschen. Es wird vermutet, dass über 2.400 türkische Streamer an der großangelegten Masche beteiligt waren. Twitch selbst spricht in einem ersten Statement aktuell von 150 türkischen Streamern, die man wegen "missbräuchlicher Nutzung der Monetarisierungsinstrumente" von der Plattform verbannt habe.

"Wir möchten unserer Community versichern, dass wir nicht zögern werden, entschiedene Maßnahmen gegen Accounts zu ergreifen, die sich unzulässig verhalten", so eine Pressesprecherin.
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