Audi-Chef: Folgen der Chip-Krise werden nicht mehr aufzuholen sein

Christian Kahle, 02.11.2021 15:59 Uhr 36 Kommentare
Audi-Chef Markus Duesmann rechnet nicht damit, dass sein Unternehmen die gravierenden Folgen der Chipkrise jemals wieder ausgleichen kann. Allerdings dürfte dies auch eine Übung für die notwendige Zeit eines gewissen Verzichts werden. "Die Chipkrise kostet uns ein Rekordjahr", erklärte der Manager gegenüber der Augsburger Allgemeinen Zeitung. Demnach habe Audi eine sechsstellige Zahl an Autos nicht bauen können, weil man aufgrund der Halbleiter-Engpässe nicht an genug Komponenten kommt. Diesen Rückstand wird man wahrscheinlich nie aufholen können, so der Chef der VW-Tochter.

"Das erste Halbjahr war ein Rekord, das zweite wäre ohne Chipkrise noch besser geworden", sagte Duesmann. Man hofft nun, dass sich die Lage zumindest im nächsten Jahr irgendwann wieder normalisiert. "Wir hoffen, dass wir mit Ende des ersten Halbjahres 2022 eine Verstetigung in der Produktion und bei der Chiplieferung erreichen. Wir müssen leider noch auf Sicht fahren."

Volle Kraft Richtung Elektro

Zum Aufholen des Rückstands wird die Zeit letztlich auch zu knapp. Dem Audi-Chef ist klar, dass sich seine Branche tiefgreifend verändern muss. "Wir müssen auf Entzug gehen und auf elektrische Antriebe und nachhaltig gewonnene Energie umschalten", sagte er. Öl und Gas seien leicht verfügbare Drogen, von denen man sich verabschieden müsse, "damit die Erde noch gut bewohnbar bleibt". Damit geht er in die gleiche Richtung wie auch die Spitze des Mutterkonzerns Volkswagen.

Hier erwartet er sich auch von der Politik deutlich mehr. Denn um die Elektromobilität nachhaltig betreiben zu können, wird wesentlich mehr Strom aus regenerativen Quellen benötigt. "Mein größter Wunsch an die neue Regierung ist, dass Deutschland einen riesigen Schritt in Richtung regenerativer Energie macht", so Duesmann. "Die Zahlen zum Ausbau regenerativer Energie, die ich bisher aus dem Bundeswirtschaftsministerium kenne, sind viel zu kurz gesprungen."

Siehe auch: Chip-Mangel: Audi schickt jetzt 10.000 Beschäftigte nach Hause
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