Apple bremst iPad-Produktion, steckt Chips lieber in das iPhone 13

Roland Quandt am 02.11.2021 11:21 Uhr
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Apple reagiert laut einem Bericht aus Asien auf die anhaltend schlechte Verfügbarkeit bestimmter Chips und verschiebt die Prioritäten in der Produktion seiner neuen Geräte zugunsten des iPhone 13. Im Gegenzug reduziert man die iPad-Fertigung, um mehr Smartphones bauen zu können.

Wie der japanische Wirtschaftsdienst Nikkei Asia unter Berufung auf Quellen aus der Lieferkette berichtet, hat Apple die Produktion der neuen iPad-Modelle deutlich zurückgefahren, damit man mehr Chips für die Verwendung in den neuesten iPhone-Modellen zur Verfügung hat. Dies lasse vermuten, dass Apple stärker von der Chipkrise betroffen ist, als zunächst vermutet, heißt es.

Apple hat die Stückzahlen der neuen iPads angeblich für die Dauer der letzten zwei Monate um rund 50 Prozent zurückgefahren. Außerdem sollen bestimmte einfache und vor allem nicht modellspezifische Bauteile, die eigentlich für die Verwendung in älteren iPhone-Modellen vorgesehen waren, jetzt in den neuen Modellen eingesetzt werden.

iPad und iPhone teilen sich Teile

Weil die Smartphones und die Tablets von Apple einige Teile gemein haben, kann der Hersteller seine Fertigungspartner und Zulieferer anweisen, die Vorräte zwischen den verschiedenen Modellen zu verschieben. Dies gilt unter anderem für die Prozessoren wie den Apple A15 Bionic und einige weitere sogenannte Peripheral-Chips, die etwa zum Power-Management dienen.

Die Verlagerung des Schwerpunkts bei der Verwendung bestimmter Komponenten soll unter anderem darauf zurückzuführen sein, dass Apple eine höhere Nachfrage für die iPhone 13-Modelle erwartet, weil die westlichen Märkte wie die USA und Europa sich allmählich von den im Zuge der Coronavirus-Pandemie eingeführten Beschränkungen verabschieden.

Da die Nachfrage vor Weihnachten traditionell noch einmal anzieht, will Apple so eine sichere Verfügbarkeit sicherstellen, heißt es. Apple hatte schon im letzten Jahr eine ähnliche Taktik umgesetzt, um die Verfügbarkeit der neuesten iPhone-Modelle zu sichern, als die Lieferkette durch die Folgen von Covid-19 erstmals massiv unter Druck geriet.

Wer aktuell ein neues iPad ordert, muss sich hingegen darauf einstellen, dass sein Tablet nur mit langen Wartezeiten geliefert wird. Hat man Ende Oktober bestellt, trifft das Gerät in vielen Fällen erst Mitte Dezember bei den Kunden ein. Auch beim neuen iPad Mini gibt es ähnliche Verzögerungen.
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