Neuer Wasserstoff-Bus gerät in Brand - Drucktanks hielten durch

Christian Kahle, 29.10.2021 15:21 Uhr 7 Kommentare
In den Niederlanden hat ein Fuhrunternehmen einen neu erworbenen Wasserstoff-Bus direkt wieder verloren. Das Fahrzeug geriet in der Garage in Brand und löste in der Folge ein großes Feuer aus, bei dem das Gebäude und ein weiterer Bus zerstört wurden. Der Bus gehörte dem Unternehmen Arriva und war in dessen Niederlassung in Doetinchem, das nahe der deutschen Grenze liegt. Wie aus Informationen von Feuerwehr und Polizei hervorgeht, kamen keine Menschen direkt zu Schaden. Die Mitarbeiter des Unternehmens, die sich in der Halle befanden, als der Brand begann, konnten sich allesamt rechtzeitig in Sicherheit bringen.

Trotzdem entwickelte sich die Sache zu einem nicht zu unterschätzenden Brand. Die Feuerwehr hatte gut zu tun, um ein Übergreifen des Feuers auf umliegende Gebäude zu verhindern. Weiterhin setzte sich der Brand in der Dachkonstruktion fest, wo sich brennbare Kunststoffe befanden. Anwohner wurden aufgrund der sich dabei entwickelnden giftigen Dämpfe aufgefordert, Fenster geschlossen zu halten.

Drucktanks hielten stand

Für Unruhe sorgten mehrere Explosionsgeräusche. Allerdings stellte sich hier heraus, dass diese nicht von Drucktanks für Wasserstoff stammten, sondern lediglich von den Reifen der Fahrzeuge. Experten der Feuerwehr und des Fahrzeugherstellers werden jetzt zu klären haben, wie es zu dem Feuer kommen konnte und ob bestimmte Sicherheits-Systeme des Wasserstoff-Fahrzeugs nicht hinreichend gut funktionierten.

Grundsätzlich ist der Vorfall noch kein Grund zu größerer Besorgnis. Auch wenn die Entwickler von Fahrzeug-Technologien inzwischen viel für die Sicherheit der Systeme tun, bleibt angesichts der Energiemengen, mit denen hier auf kleinem Raum hantiert wird, immer auch ein gewisses Restrisiko - das gilt ebenso für Fahrzeuge mit klassischem Verbrenner- und mit Elektro-Antrieb. Diese beiden Varianten haben in der Praxis ein vergleichbares Risiko, dass es zu solchen Vorfällen kommt. Ob sich die Wasserstoff-Technik unterscheidet, lässt sich bisher aufgrund der sehr geringen Verbreitung noch nicht sagen.

Siehe auch: Feuer bei Test von Teslas "Big Battery" in Australien ausgebrochen
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