Activision Blizzard-CEO Kotick bekommt freiwillig nur noch Mindestlohn

Witold Pryjda am 29.10.2021 09:03 Uhr
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Activision Blizzard, steht seit vergangenem Sommer unter massiver Kritik. Es geht natürlich um schwere Vorwürfe hinsichtlich Diskriminierung und Belästigung am Arbeitsplatz. Dabei spielte das Management keine glückliche Rolle, allen voran CEO Bobby Kotick.

Kritik am Chef von Activision Blizzard ist allerdings nicht neu, im Gegenteil: CEO Bobby Kotick wurde schon vor dem aktuellen Skandal heftig für sein fürstliches Gehalt sowie Bonuszahlungen kritisiert. Denn diese bekam er auch zu einem Zeitpunkt als man Mitarbeiter aus "wirtschaftlichen Gründen" entlassen musste.

Bobby Kotick
CEO Bobby Kotick

Mindestgehalt von 62.500 Dollar

Nun aber zieht sogar Kotick Konsequenzen aus den jüngsten Turbulenzen. Denn das Spiele-Unternehmen kündigte in einem Brief des CEOs an, dass Kotick sein Gehalt freiwillig signifikant reduzieren wird. Der Manager wird seine Entlohnung auf den für derartige Positionen vom Staat Kalifornien vorgeschriebenen Mindestbetrag reduzieren, das sind genau 62.500 Dollar. Kotick: "Damit das klar ist: Dies ist eine Kürzung meiner Gesamtvergütung, nicht nur meines Gehalts. Ich bitte darum, in dieser Zeit keine Boni zu erhalten und keine Aktien zu bekommen."

Das gilt so lange, "bis der Vorstand festgestellt hat, dass wir die geschlechtsspezifischen Transformationsziele und andere Verpflichtungen erreicht haben". Das ist zweifellos ein beispielloser Vorgang, finanzielle Sorgen muss sich Kotick aber wohl nicht machen. Denn vor dieser Gehaltskürzung war er nicht nur einer der bestbezahlten Manager der Branche, sondern der gesamten USA.

Kotick erläutert in seinem Schreiben, dass das Geld, auf das er verzichtet, eingesetzt werden soll, "um sicherzustellen, dass alle verfügbaren Ressourcen eingesetzt werden, um die Branchenführerschaft bei der Arbeitsplatzqualität zu erreichen". Darüber hinaus kündigte Kotick in seinem Brief auch ein Fünf-Punkte-Programm an, mit dem man gegen sexuelle Diskriminierung vorgehen will, daran ist auch - wie oben erwähnt - sein Gehalt geknüpft.

Activision Blizzard:

  1. Wir führen unternehmensweit eine neue Null-Toleranz-Politik gegen Belästigung ein.
  2. Wir werden den Anteil von Frauen und nicht-binären Menschen in unserer Belegschaft um 50 Prozent erhöhen und 250 Millionen Dollar investieren, um die Chancen für vielfältige Talente zu verbessern.
  3. Aufgrund des Feedbacks von Mitarbeitern verzichten wir auf die obligatorische Schlichtung von Klagen wegen sexueller Belästigung und Diskriminierung.
  4. Wir werden das Thema Lohngleichheit weiter in den Vordergrund rücken.
  5. Wir werden regelmäßig über die Fortschritte berichten.

Die ersten Reaktionen auf diese Ankündigungen sind mehr als positiv: Die Angestellten-Organisation ABK Workers Alliance bezeichnete sie als "riesigen Sieg", man werde aber nach wie vor wachsam sein.

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