Kritik an Facebook: CEO Mark Zuckerberg wittert eine Verschwörung

Witold Pryjda, 26.10.2021 11:26 Uhr 10 Kommentare
Facebook steckt in Schwierigkeiten, zumindest in der Außenwirkung. Denn obwohl die Zahlen nach wie vor gut sind, steht das Netzwerk unter Druck von Medien und Politik. Zuletzt gab es einen Schwall an Vorwürfen, doch Mark Zuckerberg verteidigte sein Unternehmen vehement. Gestern Abend hat Facebook seine aktuellen Zahlen präsentiert und diese sind für das soziale Netzwerk sicherlich auch zufriedenstellend - noch jedenfalls. Denn aktuell prasselt auf Facebook von vielen, um nicht zu sagen allen Seiten Kritik herein. Konkret geht es um die von einer Whistleblowerin veröffentlichten "Facebook Paper": Das ist eine Sammlung aus mehr als 10.000 Dokumenten, die ein problematisches und vielleicht sogar vernichtendes Bild der internen Vorgänge zeichnen.

Das war natürlich auch bei bzw. nach der Bekanntgabe der aktuellen Quartalszahlen ein Riesenthema: Facebook-CEO Mark Zuckerberg wurde bei der Telefonkonferenz mit Anlegern auf die Vorwürfe angesprochen und der Gründer und Chef des sozialen Netzwerks reagierte defensiv bis gereizt sowie ausweichend auf die jüngsten Enthüllungen (via CNBC).

Falsches Bild von Facebook?

"Gut gemeinte Kritik hilft uns, besser zu werden", sagte Zuckerberg. "Meiner Ansicht nach handelt es sich jedoch um einen koordinierten Versuch, durchgesickerte Dokumente selektiv zu verwenden, um ein falsches Bild von unserem Unternehmen zu zeichnen. Die Realität ist, dass wir eine offene Kultur haben, in der wir Diskussionen und Forschung über unsere Arbeit fördern, damit wir in vielen komplexen Fragen, die nicht nur uns betreffen, Fortschritte machen können."

Der Facebook-Chef versuchte das also als eine Kampagne darzustellen, seine Aussagen kann man auch als Andeutungen einer Art Verschwörung interpretieren. Zuckerberg schob die Schuld auch in Richtung der gesamten (US-)Gesellschaft. Die politische Polarisierung habe bereits begonnen, bevor er geboren wurde, meinte der 37-Jährige: "Bei diesen Themen geht es nicht in erster Linie um soziale Medien. Das heißt, egal was Facebook tut, wir werden sie nie allein lösen können."
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