Donald Trump will eigenes Social Network namens Truth Social starten

Witold Pryjda, 21.10.2021 10:43 Uhr 18 Kommentare
Ex-US-Präsident Donald Trump ist nach den Vorfällen vom 6. Januar 2021 und den Corona-Falschinformationen zuvor auf fast allen sozialen Netzwerken gesperrt und es sieht nicht so aus als würde sich das in naher Zukunft ändern. Also will er selbst ein soziales Netzwerk aufziehen. Für Donald Trump war Twitter nicht nur das Lieblingsmedium, sondern auch zentrales präsidiales Mitteilungs- sowie Propagandaorgan und damit auch Ersatz für offizielle Pressekonferenzen. Entsprechend wütend ist Trump bis heute, dass ihm sein bevorzugtes mediales Spielzeug weggenommen wurde.

Trumps Mitteilungsbedürfnis ist gewaltig und das ist auch der Grund, warum der 75-Jährige nun die Gründung eines eigenen sozialen Netzwerks bekannt gegeben hat. Wie die New York Times (NYT) unter Berufung auf eine Pressemitteilung der neu gegründeten Trump Media & Technology Group (TMTG) berichtet, habe der Ex-Präsident genügend Geld für das Projekt sammeln können. Laut NYT wird das Vorhaben ein effektives Budget von rund 300 Millionen Dollar mitbringen.

Donald Trumps Truth Social

Truth Social ist ein Twitter-Klon

Das neue Netzwerk soll Truth Social heißen und verfolgt als Ziel, "einen Konkurrenten für das liberale Medienkonsortium zu schaffen und sich gegen die 'Big Tech'-Unternehmen des Silicon Valley zu wehren, die ihre einseitige Macht dazu genutzt haben, oppositionelle Stimmen in Amerika zum Schweigen zu bringen".

Trump selbst spricht von einer "Tyrannei von Big Tech" und meint: "Wir leben in einer Welt, in der die Taliban eine riesige Präsenz auf Twitter haben, während euer amerikanischer Lieblingspräsident zum Schweigen gebracht wurde."

Zu Truth Social steht auch schon eine App-Preview bereit. Diese sieht nicht nur frappierend ähnlich wie Twitter aus, sondern hat auch Anspielungen auf Jack Dorsey. Denn das Profil, das im App-Mockup zu sehen ist, heißt "Jack's Beard", das ist eine offensichtlicher Seitenhieb in Richtung des Gründers und Chefs von Twitter.

Sollte Truth Social wie geplant starten, stellt sich die Frage, ob das Netzwerk eine Zukunft hat. Denn es wäre nicht das erste Mal, dass sich Trump an einem Twitter-"Ersatz" versucht. Im Sommer wollte er eine Karriere als Blogger starten, doch diese war nach genau zwei Beiträgen wieder zu Ende.

Siehe auch: Donald Trumps Blogger-"Karriere" ist nach zwei Beiträgen vorbei
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