Foxconn stellt erste Elektroautos vor - als Blaupause für Markenanbieter

Roland Quandt, 18.10.2021 14:44 Uhr
Hon Hai Precision Industry, der weltgrößte Vertragsfertiger und besser unter seiner Marke Foxconn bekannt, hat jetzt tatsächlich gleich drei eigene Elektroautos vorgestellt. Diese sollen wie bei dem Unternehmen üblich als eine Art Blaupause dienen. Anlässlich des Hon Hai Tech Day 2021 hat Foxconn laut seiner Website heute gleich drei erste eigene Elektroautos vorgestellt. Dabei handelt es sich um Prototypen, die nach dem Willen von Foxconn hauptsächlich von Drittfirmen verkauft werden sollen. Diese können die von Foxconn bereitgestellte Basis dann nach ihren Wünschen und Bedürfnissen anpassen und im Auftrag bei Foxconn auch bauen lassen.

Foxconn Foxtron Elektroautos
Foxtron Model C


Foxconn Foxtron Elektroautos
Foxtron Model E

Die Entwicklung der drei ersten Elektrofahrzeuge von Foxconn erfolgte in Kooperation mit dem taiwanischen Autohersteller Yulon Motors, der dort seit Jahrzehnten eigene Fahrzeuge der Marke Luxgen herstellt und auch als örtlicher Partner für Nissan und Mitsubishi deren Fahrzeuge für den taiwanischen Markt baut. Foxconn vermarktet seine E-Autos unter der neuen Marke Foxtron.

Foxconn Foxtron Elektroautos
Foxtron Model T: der Bus startet schon 2022

Das Foxtron Model C ist ein elektrisch fahrendes SUV, das ab 2023 vertrieben werden soll und in 3,8 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen kann. Die maximale Reichweite gibt Foxconn mit ganzen 700 Kilometern an. Der Wagen soll den Einstieg in die neue Modellpalette bilden und zu Preisen von weniger als einer Millione Taiwan-Dollar in den Markt starten. Umgerechnet entspricht dies knapp 30.800 Euro.

Model E: Limousine mit viel Power und viel Reichweite

Das Foxtron Model E ist eine Art luxuriöses Oberklasse-Fahrzeug, dessen Design von Pininfarina mitentwickelt wurde. Der Wagen kann nach Angaben des Herstellers innerhalb von 2,8 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen und soll bei einer Leistung von 750 PS eine Reichweite von bis zu 750 Kilometern erreichen. Wann dieses Modell auf den Markt kommen soll, verriet Foxconn noch nicht. Das Foxtron Model T ist ein Bus, der mit bis zu 120 km/h Distanzen von bis zu 400 Kilometern abdecken kann und bereits ab dem kommenden Jahr auf den Markt kommt.

Foxconn nutzt für seine neuen Elektroautos eine offene eigene Software- und Hardware-Plattform, das sogenannte MIH Consortium. Die Fahrzeuge dienen praktisch als Kits, also als eine Art Referenzdesign, die andere Elektroauto-Marken verwenden können, um günstigere Fahrzeuge nach ihren Spezifikationen zu bauen. Dabei werden viele Teile standardisiert, was die Massenfertigung erleichtert und die Kosten senkt.

Yulon wird als einer der ersten Markenanbieter die zusammen mit Foxconn entwickelten Fahrzeuge unter seiner Marke vertreiben. Langfristig setzt Foxconn darauf, dass man in vielen Regionen der Welt Elektroautos für andere Anbieter baut, um die Fahrzeuge auch dort zu verkaufen. Ein erstes Beispiel für diese Strategie ist die Übernahme des Werks von Lordstown Motors im US-Bundesstaat Ohio, wo Foxconn den Pickup Lordstown Endurance und neue Modelle der Marke Fisker Automotive bauen will.
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