xHamster: Hintermänner der größten deutschen Pornoseite enttarnt

Witold Pryjda, 15.10.2021 18:05 Uhr 28 Kommentare
Die in Deutschland populärste Porno-Seite heißt xHamster, doch wer dafür verantwortlich ist, war bisher nicht klar. Das hat viel Bedeutung, denn auf xHamster landen auch immer wieder Inhalte, die grenzwertig oder illegal sind. Doch nun sind die Namen wohl raus. Das "Phantom" xHamster: So kann man die Pornoplattform durchaus umschreiben, denn eine undurchsichtige Firmenstruktur hat dazu geführt, dass nicht bekannt war, wer für xHamster eigentlich verantwortlich ist. Doch nun haben Recherchen von NDR und dem Spiegel aufgedeckt, wer aller Wahrscheinlichkeit nach dahinter steckt, nämlich der 38-jährige russischstämmige Oleg Netepenko.

Netepenko ist demnach der 90-Prozent-Besitzer des IT-Unternehmens Wisebits, dieses steht an der Spitze eines weitreichenden Firmengeflechts, das sich von Zypern bis in die Karibik erstreckt. Die Entdeckung des Namens Netepenko sowie dessen Mitstreiters Dmitry Gusev ist von großer Bedeutung, denn damit kann man xHamster endlich Verantwortliche zuordnen - ob man sie je zur Rechenschaft ziehen kann, ist freilich eine andere Frage.

"Amateur"-Videos

Bedarf, genauer hinzusehen, gibt es aber auf alle Fälle: Denn xHamster steht immer wieder für Inhalte in der Kritik. Dazu zählen unerlaubte (Spanner-)Aufnahmen und sonstige Videos, die ohne Zustimmung der Gefilmten hochgeladen worden sind. Und natürlich auch immer wieder Inhalte mit Minderjährigen bzw. Videos, bei denen das Alter der Darsteller*innen unklar bzw. umstritten ist.

All das ist laut den Nutzungsbedingungen von xHamster zwar untersagt, in der Praxis sieht die Sache aber natürlich anders aus, Kenner der Branche verweisen darauf, dass solche und ähnliche Amateuraufnahmen das Spezialgebiet von xHamster seien.

Die Reportage des NDR und des Spiegel liest sich teils abenteuerlich, denn eine beantwortete Frage führte zu zwei neuen. Letztlich konnte man aber die Namen über Umwege und Nicknames identifizieren. Eine Bestätigung sollte man dennoch nicht erwarten, denn statt eines Statements gab es Andeutungen, die man durchaus als Drohung interpretieren kann.
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