Chipkrise sorgt für erste Insolvenz in der deutschen Automobil-Industrie

Christian Kahle am 14.10.2021 17:11 Uhr
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Die Chipkrise fordert in der deutschen Automobil-Industrie jetzt wohl die ersten weitergehenden Opfer: Der Zulieferer-Konzern PWK Automotive, dessen Sitz sich in Krefeld befindet, hat einen Insolvenzantrag gestellt.

Wie das Unternehmen mitteilte, habe man eine Insolvenz in Eigenregie beantragt. Dabei wird die Firma dann nicht komplett einem Insolvenzverwalter unterstellt, sondern soll sich möglichst aus eigener Kraft sanieren. Dem Management wird lediglich ein externer Experte zur Seite gestellt und es gibt durch einen Gläubigerschutz etwas mehr Spielraum, um das Tagesgeschäft erst einmal weiterzuführen.

Die PWK-Gruppe steht in der Branche im Grunde in dritter Reihe. Das Unternehmen fertigt Metallteile, die dann an große Zulieferer wie Bosch oder ZF geliefert werden, bei denen daraus wiederum komplette Fahrzeugteile wie das Fahrwerk, Brems- oder Lenksysteme hergestellt werden. Diese kommen dann in die Werke der eigentlichen Autohersteller und werden dort nur noch zum Auto montiert.

Kunden stellen Betrieb ein

Das Problem ist nun, dass die Lieferketten von oben her ins Stocken gerieten. Denn weil die Automobilkonzerne und die Zulieferer der ersten Reihe nicht ausreichend Chips bekamen, nehmen sie Anbietern wie PWK auch nicht mehr so viele andere Bauteile ab wie sonst. Diese Firmen sind dann besonders hart von der Situation betroffen, da im Grunde zwei mächtige Industriestufen vorher Druck auf die Preise ausüben und so kaum eine Möglichkeit besteht, längere Schwächephasen mit den vergleichsweise kleinen Finanzpolstern zu überbrücken.

Das Unternehmen PWK gibt es seit weit über hundert Jahren. Es begann ursprünglich als Zulieferer für die Eisenbahn-Branche und lieferte dieser vor allem Schrauben und Muttern. Später erfolgte dann zunehmend der Umstieg auf die Automobilbranche, mit der das Unternehmen zuletzt einen dreistelligen Millionen-Umsatz generierte. Es gibt aktuell vier Standorte in Krefeld und den drei sächsischen Orte Gelenau, Schönbrunn und Zittau. Etwa 700 Beschäftigte sind für den Hersteller tätig.

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