Fluglotsen beklagen wachsende Probleme durch Militär-GPS-Jammer

Christian Kahle, 11.10.2021 09:57 Uhr 11 Kommentare
Insbesondere in den USA beklagen sich Fluglotsen über zunehmende Eingriffe des Militärs in die GPS-Übertragungen. Störungen in der Satelliten-Navigation führen demnach immer häufiger zu Problemen in der sicheren Abwicklung des Flugverkehrs. Vor allem im Bereich der Bundesstaaten Arizona, New Mexico und Texas kommt es laut einem Bericht des Spectrum-Magazins häufig zu GPS-Störungen, die durch Aktivitäten des US-Militärs verursacht werden. Für die zivile Luftfahrt stellt das durchaus ein Problem dar. Denn die Fluglotsen müssen dann jeweils eingreifen und auf aufwendigere, alternative Prozeduren zurückgreifen.

Von den zuständigen obersten Behörden in dem Bereich - insbesondere der Bundesluftfahrtbehörde FAA - fühlen sie sich im Stich gelassen. Denn ihnen wurde im Grunde untersagt, auf die so genannten "Stop Buzzer"-Meldungen zurückzugreifen. Dabei handelt es sich um Signale, die das Militär direkt dazu bringen, ihre Übungen mit GPS-Jammern vorübergehend einzustellen. Denn, so heißt es, die Stop Buzzers sind eigentlich für Piloten in Notlagen gedacht und nicht für Fluglotsen, denen lediglich der Arbeitsalltag durch besondere Situationen erschwert wird.

Beschwerden häufen sich

Die Lotsen machen sich daher zunehmend im Aviation Safety Reporting System (ASRS) Luft, einem unabhängigen Forum der NASA, in dem Probleme der Flugsicherheit auch anonym auf den Tisch gebracht werden können. Darin beklagen sich die Mitarbeiter aus den Towers der Flughäfen, dass die Risiken von den verantwortlichen Stellen schlicht nicht ernst genug genommen werden.

Wenn das GPS gestört ist, greifen die Fluglotsen gezielt ein, da ihnen der Standort der jeweiligen Maschine auch durch ihr Radar bekannt ist. Sie fordern die Piloten dann auf, die eigene Navigation einzustellen und die Richtungs- und Geschwindigkeitsvorgaben seitens der Fluglotsen umzusetzen. Das ist zwar eine altbewährte Praxis, allerdings ist das Flugaufkommen in den letzten Jahren immer weiter gewachsen, so dass es auch immer schwieriger wird, alle Flugzeuge auf diese Weise ordentlich durch den Luftraum zu leiten.

Die Fluglotsen fordern daher, dass das Militär zumindest in den Zeiten mit besonders hohem Flugaufkommen auf Übungen verzichtet, in denen GPS-Jammer zum Einsatz kommen. Seitens des Pentagons werden solche Tests als notwendig angesehen, damit die Kampfeinheiten auch zurecht kommen, wenn ihre High End-Zielvorrichtungen und die Navigation abhandenkommen. Die Rücksichtnahme auf zivile Probleme scheint da meist geringe Priorität zu haben.

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