Staatliche Regulierung: China vermiest Apple & Co. Weihnachtsgeschäft

Nadine Juliana Dressler am 10.10.2021 09:24 Uhr
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Schon vor Wochen haben wir von Stromausfällen in China berichtet, die die Produktion vieler großer Konzerne wie Apple, Samsung, Amazon und Co. beeinflussen. Nun heißt es, dass viele Fabriken so deutlich hinter ihren Vorgaben liegen, dass das Weihnachtsgeschäft in Gefahr ist.

Das geht aus verschiedenen Medienberichten hervor. Dabei zeigt sich, wie der Raubbau an der Umwelt weitere Auswirkungen bekommt. Nachdem die chinesische Regierung jahrelang kaum etwas gegen den massiven Stromverbrauch in den Fertigungszentren des Landes getan hat, rächt sich das jetzt. Die chinesische Regierung reagiert seit einigen Monaten mit der Regulierung der Strombelieferung für große Auftragsfertiger auf dramatisch steigende Kosten für Kohle und Erdgas. Zudem versuchen die Regionalregierungen des Landes, ihren Zielen zur Emissionsreduzierung dadurch näher zu kommen, dass es deutliche Einschränkungen bei der Produktion gibt.

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Es gibt schon jetzt Probleme, die Produktionszahlen zu erreichen

Schon im September gab es dementsprechend Berichte von zunehmenden Problemen, die durch Stromausfälle in China verursacht werden. Nun meldet Nikkei Asia, dass sich die Situation vor Ort immer mehr zuspitzt. Apple-Zulieferer hätten damit zu kämpfen, die Produktion aufrechtzuerhalten. Sie können ihre Fertigungsquoten schon jetzt nicht erreichen, wobei das wichtige Weihnachtsgeschäft und die damit höhere Produktionsrate erst noch bevorsteht.

Industrielle Nutzung hintendran

Nikkei Asia glaubt daher, dass die chinesische Regierung mit ihren Maßnahmen vielen Großkonzernen weltweit das Weihnachtsgeschäft verhageln wird. Die Stadt- und Regionalregierungen geben dabei nun der inländischen Energienutzung Vorrang vor der industriellen Nutzung. Zulieferer von Apple, Amazon und anderen Unternehmen bemühen sich, die Produktion vor dem großen Weihnachtsgeschäft aufrechtzuerhalten, haben aber kaum die Möglichkeit zu reagieren.

"Seit Juni diesen Jahres gab es sporadische Meldungen über Stromausfälle, aber seit Mitte September sind sie zur Regel geworden", sagte ein Manager einer Fabrik gegenüber Nikkei Asia. "Jetzt bekommen wir jede Woche eine Benachrichtigung, in der uns mitgeteilt wird, an welchen Tagen in der folgenden Woche der Strom abgeschaltet wird."

Apple-Zulieferer haben bereits nach einem einwöchigen Stromausfall Ende September davor gewarnt, dass solche Unterbrechungen eine Gefahr für die Kontinuität der Lieferkette darstellen. Jetzt wächst die Sorge, dass die Unterbrechung von langer Dauer sein könnte. Zudem dürfte das auch die anhaltende Chipkrise eher weiter verstärken.

"Wir haben gehört, dass die Situation bis zum Ende dieses Jahres oder sogar noch länger andauern könnte", sagte ein leitender Angestellter eines Lautsprecherlieferanten in Dongguan. Das Problem verstärkt den Druck auf Unternehmen wie Apple, ihre Produktion weiter zu verlagern, und vor allem außerhalb Chinas zu beschleunigen.

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