Twitch: Hacker "verschönern" die Seite des Dienstes mit Bezos-Foto

Witold Pryjda, 08.10.2021 17:24 Uhr
Der zu Amazon gehörende Spiele-Streaming-Dienst Twitch erlebt derzeit die zweifellos schlimmste Woche seines Bestehens. Denn am Montag wurde man gehackt und in Sachen Daten komplett ausgeräumt. Nun hat man es auch noch mit "Defacement" der Seite zu tun. Hack und Daten-Leak haben sich bereits Anfang bzw. Mitte der Woche abgespielt, doch auch zum Ausklang der Arbeitswoche gibt es Ärger bei Twitch. Denn am Freitagvormittag gelang es jemanden auf die Seite (oder eine daran hängende) des Dienstes zu gelangen und die Header-Bilder auf den Seiten zu den einzelnen Spielen gegen eine wenig vorteilhafte Aufnahme von Amazon-Gründer Jeff Bezos auszutauschen. Betroffen waren die Hauptverzeichnisse zu Games GTA V, Dota 2, Smite, Minecraft, Apex Legends und viele andere mehr.

Entdeckt hat das als einer der ersten Twitch-Nutzer AnEternalEnigma, dieser schrieb auf Twitter, dass der Spuk nach rund drei Stunden wieder vorbei war. Die Datei zum Bild des Amazon-Gründers, die auf dem Twitch-eigenen Content Delivery Network gehostet worden ist, wurde wieder gelöscht, damit war auch diese Art der Seiten-Verunstaltung zu Ende.

Echte Hacker oder "nur" Spaßvögel?

Ob man hier allerdings von einem Hack sprechen kann, ist wohl Auslegungssache. Denn auf Reddit erläutert ein Nutzer, dass sowas nicht zwangsläufig bedeutet, dass eine Seite gehackt worden ist: "Es könnte ein Fall von Cache Poisoning gewesen sein, da Twitch in hohem Maße auf verschiedene Caching-Mechanismen angewiesen ist. Dies wird zwar immer noch als Hacking betrachtet, unterscheidet sich aber von jemandem, der Zugriff auf den Administrator-Zugang der Website oder eines der Backend-Systeme hat."

Es ist allerdings nicht klar, ob das mit dem jüngsten Hack bzw. Datenleck zu tun hat. Die Vermutung liegt natürlich nahe, davon ausgehen sollte man aber nicht, dass ein Zusammenhang besteht. Allerdings wurde beim 125 GB schweren Leak auch der Quellcode der Seite veröffentlicht, es ist also anzunehmen, dass jemand diesen verwendet hat, um die heutige Cache-Manipulation durchzuführen.

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