Physik-Nobelpreis für die Chaos-Grundlagen der Klimaforschung

Christian Kahle, 05.10.2021 12:57 Uhr 1 Kommentare
Soeben hat die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften die Empfänger des diesjährigen Nobelpreises für Physik bekanntgegeben. Und ein so deutliches auch politisches Signal gab es vom Nobel-Komitee selten. Ausgezeichnet werden in diesem Jahr Forschungsarbeiten, die wichtige Grundlagen für unser Verständnis komplexer physikalischer Systeme legten. Und um ein solches handelt es sich bei unserem Lebensraum. So geht die Hälfte des Nobelpreises in diesem Jahr an die beiden Forscher Syukuro Manabe (Japan) und Klaus Hasselmann (Deutschland), die die physikalischen Modelle des Erdklimas entwarfen und die Erwärmung des Klimas so vorhersagten, wie man es heute beobachten kann.

Nobelpreis Physik 2021
Syukuro Manabe, Klaus Hasselmann und Giorgio Parisi

Die zweite Hälfte des Preises in diesem Jahr geht an Giorgio Parisi aus Italien, der grundlegende Erkenntnisse zum Zusammenspiel von Unordnung und Fluktuationen in physikalischen Systemen lieferte. Dies bildet unter anderem auch eine entscheidende Basis dafür, aus den chaotischen Vorgängen des Wetters korrekte Prognosen für die zukünftige Entwicklung des Klimasystems der Erde zu ziehen.

Wichtiger Support

Die Vertreter des Nobel-Komitees betonten, dass die Preisvergabe auf keinen Fall dahingehend interpretiert werden sollte, dass man hier ein Signal an die politischen Führer der Welt senden wolle. Denn wer auf der politischen Ebene die bisherigen Forschungsergebnisse und Handlungsempfehlungen nicht ernst nahm, wird dies wohl auch nach der Veranstaltung in Stockholm nicht tun.

Gleichwohl würden die Auszeichnungen aber noch einmal klarstellen, dass die Klimaforschung auf einer soliden wissenschaftlichen Basis steht. Die theoretischen Arbeiten der Preisträger finden sich inzwischen in zahllosen Beobachtungen der Praxis wieder - und diese decken sich wiederum mit den Prognosen, die mit den früheren Modellen angefertigt wurden. Mehr Unterstützung hätten sich die Forscher, die sich derzeit weltweit mit Entscheidungsträgern auseinandersetzen müssen, kaum erhoffen können.

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