Assange: Trump-Regierung und CIA planten Entführung und Ermordung

Christian Kahle, 28.09.2021 13:25 Uhr 21 Kommentare
Das Leben des Wikileaks-Gründers Julian Assange hing bereits während seines Exils in der ecuadorianischen Botschaft am seidenen Faden. Die Ermordung wurde in der Regierung Donald Trumps sehr konkret diskutiert, wie jetzt bekannt wurde. Alles begann damit, dass im Jahr 2017 - Assange hielt sich zu diesem Zeitpunkt bereits seit fünf Jahren in der Botschaft auf - beim US-Geheimdienst CIA verschiedene Pläne für eine Entführung diskutiert wurden. Wie aus einem Bericht, der auf Yahoo News veröffentlicht wurde, hervorgeht, berichten Insider von hitzigen Debatten darüber, unter welchen Voraussetzungen man eine solche Operation legal hinbekommen würde und wie praktikabel die Durchführung sei.

Im Zuge dessen wurde von einigen hochrangigen Vertretern der CIA und auch der Trump-Regierung die Tötung Assanges ins Spiel gebracht. Und das war keineswegs nur ein oberflächliches "Eigentlich müsste man". Auf höchster Regierungsebene beschäftigte man sich mit konkreten Entwürfen für eine entsprechende Operation. "Es sah aus, als gäbe es keine Grenzen", wird ein ehemaliger Geheimdienst-Mitarbeiter zitiert.

Auslöser war Vault 7

Assange war den Verantwortlichen in den USA ohnehin schon lange ein Dorn im Auge. Dann aber kam es auf Wikileaks zur "Vault 7"-Veröffentlichung. Die CIA hatte damit den größten Fall von Datenverlust in ihrer Geschichte zu erleben. Unter anderem wurden hierbei zahlreiche Hacking-Werkzeuge, die dem Geheimdienst zur Verfügung standen, öffentlich. "Sie wollten Blut sehen", hieß es mit Bezug auf die Lage in den genannten Kreisen.

Monatelang wurden verschiedene Beteiligte am Wikileaks-Projekt daraufhin überwacht. Auch Assange sei quasi komplett in Ton und Bild beobachtet worden. All dies erfolgte unter ausdrücklicher Weisung Mike Pompeos, dem von Trump installierten CIA-Chef. Warum letztlich nichts passierte, bleibt derweil unklar. Der fragliche Bericht stützt sich dabei auf Aussagen von über 30 Mitarbeitern von Regierung und Geheimdienst. Über die Veröffentlichung freut sich insbesondere der Anwalt Barry Pollack, der den Wikileaks-Gründer im britischen Auslieferungsprozess vertritt. Er hofft, dass insbesondere die Aussagen über die Planungen zur Ermordung Assanges dazu führen werden, dass der Wikileaks-Gründer von Großbritannien nicht an die USA ausgeliefert wird.

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