Erst Chipkrise, jetzt Stromkrise: Produktion von Autos & Technik stockt

Roland Quandt am 27.09.2021 14:55 Uhr
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Eine Reihe von Zulieferern der Elektronik- und Autoindustrie in China haben jüngst vermehrt mit einem akuten Energiemangel zu kämpfen. Die Produktion von Teilen für Autos und Smartphones muss deshalb immer wieder unterbrochen werden. Hintergrund ist ein massiver Mangel an fossilen Energieträgern.

Wie sowohl die Nachrichtenagentur Reuters als auch der japanische Wirtschaftsdienst Nikkei Asia berichten, haben wichtige Zulieferer von Firmen wie Apple und Tesla die Produktion in einigen ihrer Werke in China gestoppt, um die jüngst deutlich verschärften Vorgaben der dortigen Regierung einzuhalten, die vielerorts Strom-Rationierung vornimmt.

Rolling Blackouts landesweit in China

Weil die Kohlepreise angesichts einer immer knapperen Verfügbarkeit und einer extrem hohen Energienachfrage in China massiv gestiegen sind, hat das Land verstärkt mit Stromknappheit zu kämpfen. Vielerorts wird deshalb immer wieder der Strom abgeschaltet, was sowohl private Haushalte, den Handel, als auch die Industrie betrifft.

Im Elektronikbereich mussten jüngst unter anderem Partner des weltgrößten Vertragsfertigers Foxconn, der unter anderem Apple, Tesla und diverse andere Marken beliefert und deren Produkte fertigt, die Produktion zeitweise aussetzen. Teilweise musste die Fertigung sogar über mehrere Tage ruhen, so dass dies die ohnehin schon aufgrund der schlechten Verfügbarkeit diverser Chips bestehenden Engpässe weiter verschärfen könnte.

Von den Produktionsstopps betroffen waren auch Unimicron, ein Hersteller von PCBs, der unter anderem Apple beliefert, und der Lautsprecherhersteller Concraft, welcher ebenfalls Komponenten für die aktuellen iPhones liefert. Bei den für die Testung diverser Chips und anderer Komponenten zuständigen Firmen hat man sich ebenfalls bereits auf Produktionsausfälle wegen staatlich angeordneter Stromabschaltungen eingestellt. Dies würde unter anderem Zulieferer von Intel, Nvidia und Qualcomm betreffen.

Für die großen Anbieter von Technikprodukten aller Art bedeuten die Energieengpässe in China, dass sie sich für das Weihnachtsgeschäft darauf einstellen müssen, unter Umständen nicht die erhofften Stückzahlen ihrer Erzeugnisse liefern zu können. Entsprechend könnten sich die Kosten erhöhen und damit auch die Endkundenpreise.
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