Mozilla experimentiert mit Bing als voreingestellte Firefox-Suche

Witold Pryjda am 17.09.2021 16:50 Uhr
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Mozilla ist von Google abhängig, denn die Suche ist auf Firefox voreingestellt und das bringt der Foundation auch viel Geld ein - so viel, dass man ohne die Dollars aus Mountain View kaum bis nicht überleben könnte. Dennoch experimentiert man derzeit, wie Bing bei Nutzern ankommt.

Es ist zwar alles andere als schwer, zu ändern, welche Suchmaschine eingestellt ist, dennoch machen sich wohl die wenigsten diese Mühe - vor allem dann, wenn es sich um Gelegenheitsnutzer handelt. Das ist aber nur selten notwendig, da in der Regel das ohnehin von den meisten bevorzugte Google als Default kommt. Das lässt sich der kalifornische Konzern auch sehr viel Geld kosten, denn Deals hat man nicht nur mit Mozilla, sondern auch Apple.

Im Fall des Firefox-Browsers bekommt Mozilla zwischen 400 und 450 Millionen Dollar und das pro Jahr, das ist ein Betrag, der für die Stiftung überlebensnotwendig ist. Die aktuelle Vereinbarung wurde 2020 unterschrieben und ist für drei Jahre ausgelegt. Der Deal sieht vor, dass Google in den meisten Regionen als Suchmaschine voreingestellt ist - die Vereinbarung wurde erstmals 2017 getroffen, zuvor stellte Yahoo den Standard.

Experiment mit Bing

Doch aktuell experimentiert man bei Firefox mit Bing als Default-Suchmaschine (via Ghacks): Ein Prozent aller Desktop-Nutzer bekommt im Zuge einer Studie Bing als Standard. Diese Untersuchung hat bereits vergangene Woche begonnen und wird wahrscheinlich bis Januar 2022 laufen.

Derzeit ist allerdings nicht ganz klar, in welchen Fällen Firefox genau die Suchmaschine ändert, also ob (oder nicht) das geschieht, wenn der Nutzer zuvor die Suchmaschine manuell ausgewählt hat.

Warum Mozilla dieses Experiment durchführt, ist nicht genau bekannt. Der Firefox-Experte Sören Hentzschel vermutet aber, dass das als Vorbereitung für Plan B gedacht ist, sollte Google sich entscheiden, dass Firefox nach 2023 nicht mehr interessant genug ist - und das ist angesichts sinkender Marktanteile kein unrealistisches Szenario.

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