Marktmacht ausgenutzt: Google erhält für Android 177 Mio. Dollar Strafe

Roland Quandt am 14.09.2021 13:35 Uhr
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Google ist das neue Microsoft - jedenfalls wenn es darum geht, sich reihenweise Strafen wegen Monopolmissbrauchs abzuholen. Der Internetkonzern soll jetzt erneut eine Strafe zahlen, weil er die markbeherrschende Stellung von Android ausgenutzt haben soll, um Wettbewerb zu verhindern.

Wie der japanische Wirtschaftsdienst Nikkei Asia berichtet, hat die südkoreanische Wettbewerbsaufsicht heute bekannt gegeben, dass man Google eine Geldstrafe in Höhe von 207,4 Milliarden Won auferlegt. Es gebe Beweise dafür, dass Google Hersteller wie Samsung dazu zwingt, nur die von dem Internetgiganten freigegebenen Versionen von Android zu verwenden.

Strafe für Missachtung von Open Source

Die Strafe von umgerechnet gut 148 Millionen Euro wird verhängt, weil Google es den Geräteherstellern verbietet, eigene Varianten des eigentlich unter Open-Source-Lizenzen stehenden Android-Betriebssystems auf ihren Geräten zu verwenden, wenn sie den Play Store nutzen oder die offiziell lizenzierten Versionen auf anderen Geräten einsetzen wollen.

Die Gerätehersteller hätten sogenannte "Anti-Fragementation Agreements" zu unterzeichnen, die ihnen die Entwicklung sogenannter Forks untersagen, also die Arbeit an abgespalteten Varianten des Betriebssystems Android. Die Wettbewerbsbehörden von Südkorea haben Google nun ihrerseits aufgefordert, die illegale Praxis zu unterlassen und die Geldstrafe verhängt.

Bei einem Umsatz von über 40 Milliarden Dollar allein im Jahr 2020 dürfte die Höhe der Strafe für Google und dessen Mutterkonzern Alphabet nur ein Tropfen auf dem heißen Stein sein. Für die koreanischen Behörden ist die Strafe dennoch von großer Bedeutung. Sie schaffe die Grundlagen, um in der Zukunft weiter rigoros gegen Fehlverhalten der führenden Anbieter von mobilen Betriebssystemen und Apps vorzugehen, hieß es.

Google steht wie Apple seit einiger Zeit im Fadenkreuz der Ermittler von Kartellwächtern weltweit. Erst vor kurzem hatte die Nationalversammlung von Südkorea ein Gesetz auf den Weg gebracht, das es den Anbieter von App-Stores untersagt, bestimmte Zahlmethoden vorzuschreiben, die von den App-Entwicklern unausweichlich genutzt werden müssen. Die beiden Tech-Konzerne verlangen von den App-Anbietern eine Provision von rund 30 Prozent, wenn sie ihre Apps über die auf Android- oder iOS-Smartphones installierten Stores verkaufen wollen.
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