El Salvador ist nun tatsächlich erstes Land mit Bitcoin als Staatswährung

Witold Pryjda am 07.09.2021 16:16 Uhr
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Kryptowährungen kämpfen immer noch um Akzeptanz, denn Bitcoin und Co. sind und bleiben eine volatile Angelegenheit. Denn so schnell es hoch geht, so schnell kann es auch Abstürze geben. El Salvador stört das nicht, denn dort hat man Bitcoin nun zur Staatswährung gemacht.

Die Meldung hat bereits Anfang Juni für viel Aufsehen gesorgt, denn El Salvador hat bereits damals angekündigt, dass man vorhat, Bitcoin neben dem US-Dollar zum offiziellen Zahlungsmittel zu machen. Allerdings sind solche Nachrichten immer mit Vorsicht zu genießen, denn zwischen Ankündigung und Umsetzung liegen oftmals Welten.

Doch im Fall von El Salvador ist es nun tatsächlich passiert, in der Nacht auf heute hat Nayib Bukele, Präsident des mittelamerikanischen Landes, auf Twitter bekannt gegeben, dass dieser vom Parlament des Landes abgesegnete Schritt nun in Kraft sei und das kleine 6,5-Millionen-Einwohner-Land nun "Geschichte schreibt". Einige Stunden zuvor gab Bukele bekannt, dass El Salvador 200 Bitcoins gekauft habe und nun insgesamt 400 Einheiten (rund 17 Millionen Euro) der Kryptowährung in Besitz des Landes seien.

Geldsendungen aus dem Ausland

Befürworter des Schrittes verweisen darauf, dass es für im Ausland lebende Bürger des Landes damit einfacher werde, Geld nach Hause zu schicken. Geld aus dem Ausland ist für El Salvador ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor. Denn wie CNBC unter Berufung auf Zahlen der Weltbank schreibt, machen solche Überweisungen über 24 Prozent des Bruttoinlandsprodukts des Landes aus.

Zudem verweisen die Befürworter darauf, dass diese Bitcoin-Einführung auch den Zugang der Bürger zu Finanzdienstleistungen verbessern werde, da mehr als 70 Prozent der "aktiven Bevölkerung" kein Bankkonto hat. Kritiker indes warnen vor dem Risiko, das sich daraus ergibt, dass man auf eine derart volatile Währung setzt.

Konkret bedeutet das neue Gesetz, dass Bürger ihre Steuern in Bitcoin zahlen können und dass Geschäfte die Preise in der digitalen Währung anzeigen können. Geld, das umgetauscht wird, unterliegt auch nicht der Kapitalertragssteuer.

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