Nationales Wasserstoffzentrum: CSU verhindert Chemnitz als Gewinner

Christian Kahle, 06.09.2021 15:26 Uhr 34 Kommentare
In der letzten Woche wurde nach einigen Tagen Verzögerung die Entscheidung zum Standort für das Nationale Wasserstoffzentrum verkündet. Etwas überraschend kam hier auch ein Ort in Bayern zum Zuge, was man im Osten auf die CSU-Hoheit im Verkehrsministerium schiebt. Eigentlich sollte ein zentraler Standort gefunden werden. Und aufgrund der Anträge und der Vorbereitungen sah eigentlich alles danach aus, dass Chemnitz vorn liegt und den Zuschlag für das Projekt bekommt, für das 290 Millionen Euro im Haushalt des Bundesverkehrsministeriums vorgesehen sind. Nachdem die Bekanntgabe des Ausschreibungs-Gewinners aber um einige Tage verzögert erfolgte, hieß es plötzlich, dass der Förderbetrag unter vier Standorten aufgeteilt werden soll.

In Chemnitz wittert man nun ein wahlkampftaktisches Manöver des CSU-Ministers Andreas Scheuer. Aber auch von einer Intervention des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder ist die Rede, berichtet der MDR. Denn während Chemnitz nun nur noch 60 Millionen Euro aus dem Fördertopf bekommen soll, fließt der größte Betrag von 100 Millionen Euro nach Pfeffenhausen, also nach Bayern.

Chemnitz will trotzdem starten

Scheuer begründete die Aufteilung des Nationalen Wasserstoffzentrums auf vier Standorte damit, dass alle vier Konzepte gleichermaßen überzeugend gewesen seien. Das will man im Osten der Bundesrepublik so nicht stehen lassen. "Chemnitz hatte die beste Bewerbung, das überzeugendste Konzept", erklärte das sächsische Wirtschaftsministerium. Das sage man nicht nur selbst, sondern stütze sich bei der Einschätzung auf ein unabhängiges Gutachten. "Daher hat uns die Netzwerklösung, welche Bundesminister Scheuer nun präsentierte, natürlich etwas überrascht."

In Chemnitz will man nun eben das Beste aus der Situation machen und trotzdem mit dem Aufbau des Projekts beginnen. Denn an der ganzen Sache hängen nicht nur wirtschaftliche Entwicklungen, sondern auch eine weitergehende Ansiedlung von Wissenschaft und Forschung in dem Bereich. Man hofft daher, externe Investoren gewinnen zu können, mit denen man die ausbleibenden Fördermittel kompensieren kann.

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