Jagd nach Planet 9: Simulation zeichnet Orbit, der Forscher überrascht

John Woll am 03.09.2021 16:18 Uhr
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Bisher ist der "Planet Neun" reine Theorie. Die Idee hat viele Kritiker, aber euch euphorische Unterstützer. Ein Forscher-Team hat jetzt mit einer Simulation versucht, auf der Jagd nach dem unentdeckten Himmelsobjekt neue Anhaltspunkte zu schaffen - das Ergebnis überrascht.

Für die Suche nach dem Planeten Neun gibt es jetzt eine Karte

Zu Planet Neun gibt es viele Annahmen und nur wenig Handfestes. Eines ist aber nicht von der Hand zu weisen: Der im Jahr 2016 erstmals theoretisch beschriebene Planet könnte eine recht schöne Erklärung für Auffälligkeiten bei Bahnabweichungen großer Objekte im Kuipergürtel liefern. Ein weiteres Argument: Um andere Sterne sind schon Planeten beobachtet worden, die sich genau auf einer solch weiten Bahn bewegen. Doch warum haben wir Planet Neun dann noch nicht entdeckt? Genau dieser Frage nehmen sich jetzt die Forscher an, die die Idee in Umlauf gebracht hatten.

Mike Brown und Konstantin Batygin vom California Institute of Technology haben sich laut Bericht von Scinexx seit 2016 intensiv mit der Beweisführung für den "Ausreißer"-Planeten beschäftigt - und jetzt einen Durchbruch erreicht: "Fünfeinhalb Jahre nach unserem Vorschlag der Existenz eines Planet 9 haben wir nun endlich die wahrscheinlich schwierigste Aufgabe abgeschlossen", erklärt Brown in seinem Blog. "Wir wissen nun, wo wir suchen müssen."

Planet Neun: Berechnung der Umlaufbahn
Die Wahrscheinlichkeitsberechnung für den Orbit von Planet Neun

Brown und Batygin hatten verschieden Annahmen über Maße und Größen sowie eine Vielzahl anderer Faktoren zu einer Modellsimulation zusammengefasst. Die Fragestellung: Welche Umlaufbahn eines theoretischen Planeten kann die Auffälligkeiten bei der Bewegung von elf großen Objekten im Kuipergürtel am besten erklären? Die Antwort: "Diese Abbildung zeigt eine tatsächliche Wahrscheinlichkeitsdichtefunktion für die Position von Planet Neun am Himmel. Sie gibt auch die voraussichtlichen Entfernungen und die voraussichtlichen Helligkeiten für alle Positionen an."

Planet Neun: Berechnung der Umlaufbahn
Überraschend: Planet Neun könnte der Sonne wohl recht nah kommen

Eingegrenzt, aber nicht aufgedeckt

Die Berechnungen beinhalten dabei auch eine klare Überraschung: Zwar ist die Spanne der Orbits groß, die möglichen Umlaufbahnen kommen der Sonne aber "signifikant" näher, als das bisher angenommen wurde. Ist Planet Neun damit jetzt schnell gefunden? Die Forscher bremsen hier klar die Erwartungen: "Leider sagen uns die Daten nur die Umlaufbahn, aber nicht, WO auf der Umlaufbahn er sich befindet (sehr traurig, eigentlich)", so Brown in einem Tweet. "Es ist wahrscheinlicher, dass er sich an seinem entferntesten Punkt von der Sonne befindet (...) das ist der Punkt, an dem wir suchen sollten."
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