Deutsche Telekom will jetzt auch massiv Glasfaser aufs Land bringen

Christian Kahle am 30.08.2021 15:21 Uhr
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Die Deutsche Telekom will den inzwischen recht zügig vo­ran­kom­men­den Glasfaser-Ausbau im ländlichen Raum nicht mehr so einfach den Konkurrenten überlassen. Hier soll für den Kon­zern zukünftig ein Schwerpunkt liegen, hieß es in einer Stellungnahme.

"In Kommunen mit weniger als 20.000 Einwohnern ist die digitale Infrastruktur oftmals nicht so weit entwickelt wie in den Großstädten. Deshalb wollen wir bis 2030 mindestens acht Millionen Glasfaser-Anschlüsse im ländlichen Raum realisieren", sagte Srini Gopalan, Deutschland-Chef der Telekom. Derzeit sieht man in den kleineren Kommunen meist die Schilder anderer Netzbetreiber wie Deutsche Glasfaser, die einen Ort nach dem anderen erschließen.

Deutschland bleibt Glasfaser-Entwicklungsland
Infografik: Deutschland bleibt Glasfaser-Entwicklungsland

Bis heute sind viele kleinere Orte hinsichtlich der Verfügbarkeit von Zugängen zur Internet-Infrastruktur regelrecht abgehängt. Das zeigte sich insbesondere auch in der Corona-Krise, als es für viele Menschen hier schlicht nicht so einfach möglich war, ins Homeoffice zu wechseln oder die Kinder per Fernunterricht beschulen zu lassen.

Ausbau ist angelaufen

Aber auch der darüber hinausgehende Zustand sorgte bereits dafür, dass viele Menschen das Angebot eines kommenden Glasfaser-Anschlusses gern annehmen. Die Telekom muss hier befürchten, ganze ländliche Regionen an andere Netzbetreiber zu verlieren. Entsprechend ist es kaum verwunderlich, dass das Unternehmen nun plötzlich Druck macht.

Ein Selbstläufer ist das Geschäft mit dem Netzausbau auf dem Land allerdings auch nicht. "Der Glasfaserausbau ist ein lokales Geschäft mit hoher Komplexität. Deshalb ist der offene Dialog mit den Kommunen und deren Entscheidern für uns so wichtig", führte Gopalan aus. Ohne eine enge Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden und Strukturen dürften Ausbauprojekte hier noch schwerer umsetzbar sein als in der Stadt.

Die Telekom ist inzwischen auch endlich in größerem Stil in den Glasfaser-Ausbau eingestiegen. In diesem Jahr habe der Konzern bereits 430.000 FTTH-Anschlüsse ermöglicht und dafür über 30.000 Kilometer Kabel verlegt. Im gesamten Jahr sollen bundesweit rund 1,2 Millionen Haushalte die Möglichkeit erhalten, direkt eine optische Anbindung zu buchen.

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