Gaming-Piraterie: Repack-Seite FitGirl droht, die Domain zu verlieren

Witold Pryjda am 30.08.2021 12:24 Uhr
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Der Name FitGirl ist Kennern der Gaming-Piraterie-Szene sicherlich ein Begriff: Die Repackerin liefert illegal kopierte Spiele nicht nur in kleineren Download-Größen, sondern dient auch als eine Art Qualitätskontrolle für Szene-Veröffentlichungen. Doch nun hat FitGirl Probleme.

Wer sich auf dem PC nach illegal bereitgestellten Games umsieht, der landet früher oder später auf der Seite von FitGirl Repacks. Dort gibt es zahlreiche aktuelle und auch ältere Spiele als gecrackte Versionen. Die Besonderheit: Die Macherin packt die Dateien neu, sodass die Downloads meist wesentlich kleiner sind als die Original-Versionen. An dieser Stelle sollte man natürlich hinweisen, dass man Games jener Entwickler, die man unterstützen möchte, auch kaufen sollte, und Angebote wie jenes von FitGirl, wenn überhaupt, maximal zum Ausprobieren von Games nutzen sollte - illegal ist es nämlich allemal.

Wie dem auch sei: FitGirl, die eigenen Angaben nach aus Russland stammt und in Lettland lebt, hat derzeit Probleme mit der Domain. Denn wie TorrentFreak berichtet, kann man seit kurzem auf der offiziellen und einzigen Webseite das unten stehende Statement lesen.

"Aufgrund einiger Probleme mit meinem Domänennamen wird diese Seite vielleicht bald für eine unbekannte Zeit oder für immer abgeschaltet. Im letzteren Fall wird die neue Domain (deren Namen ich mir nicht ausgedacht habe) auftauchen und Informationen darüber werden auf Seiten gepostet, auf die ich hochlade. Ich drücke die Daumen, dass keines der oben genannten Ereignisse eintritt, aber schnallt euch an und bereitet euch auf einen Absturz vor."

Vorsicht vor Nachahmern

Der Umstand, dass es derzeit nur eine FitGirl-Seite gibt, ist durchaus relevant: Denn es gibt offenbar immer wieder Nachahmer, die unter diesem Namen veröffentlichen, was wiederum ein Sicherheitsrisiko darstellt. Denn es gibt wohl auch jene, die Repacks "kapern" und mit Malware bestücken.

Was sich hinter den Kulissen abspielt, kann man im inoffiziellen Discord-Kanal nachlesen. Dort heißt es, dass der Domain-Registrar die Domain "als Geisel genommen" habe, da er "beschlossen" habe, dass FitGirl Spam-Mails verschicke - so jedenfalls die offizielle Argumentation. Das sei deshalb lustig, so der Sysadmin, da man keine Mail-Exchange-Einträge oder Mail-Server habe. TorrentFreak schreibt aber, dass es einige Faktoren gebe, die zur Folge haben, dass FitGirl dennoch auf der Blockliste des Spamhaus-Projekts gelandet ist. Und dabei ist fraglich, ob es in vollem Umfang gelingt, erforderliche Änderungen durchzuführen, um dem erfolgreich zu widersprechen.
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