Yara Birkeland: Erstes Container-Schiff mit batterieelektrischem Antrieb

Christian Kahle am 27.08.2021 17:01 Uhr
In Norwegen ist das erste Transportschiff in Dienst gestellt worden, das sowohl ohne Besatzung als auch emissionsfrei Fracht über den Seeweg ans Ziel bringt. Die "Yara Birkeland" soll vor allem die Straßen in dem skandinavischen Land entlasten.

Konzipiert wurde das Schiff vom Chemiekonzern Yara International. Der Antrieb des Frachters läuft komplett elektrisch. Im Schiffsrumpf befindet sich eine Batterie mit einer Kapazität von 7 Megawattstunden. Diese wird während der Liegezeiten im Hafen mit Strom aufgeladen, der aus norwegischen Wasserkraftwerken bezogen wird.

Die Fahrt bestreitet das Schiff komplett autonom. Es gibt lediglich drei Kontrollzentren entlang der norwegischen Küste, die den Betriebsablauf überwachen. Die Yara Birkeland kann bis zu 13 Knoten fahren und transportiert bei voller Beladung 103 Container. Die Betreiber rechnen damit, dass sie damit 40.000 LKW-Transporte pro Jahr von den Straßen Norwegens holen können.

Yara Birkeland

Batterie auf der Kurzstrecke

Bei dem Frachter handelt es sich also um ein relativ kleines Schiff, das vor allem die kürzeren Strecken bedienen soll. Gerade in seinem Einsatzgebiet bringt es aber viele Vorteile mit. Denn in Norwegen ist die Route über das Wasser entlang der Küste aufgrund der zerklüfteten Landschaft mit seinen Fjorden und Gebirgen oft die einfachere und kürzere Option.

Das Beispiel der Yara Birkeland soll auch nicht zwingend gleich für den Umbau der gesamten Frachtschifffahrt stehen. Insbesondere bei den großen Container-Schiffen, die auf Routen um die halbe Welt unterwegs sind, können batterieelektrische Antriebe nicht realisiert werden. Aber auch hier wird intensiv nach Alternativen zu den bisher genutzten fossilen Brennstoffen gesucht. Denn die Umweltkosten des Welthandels sind groß - nicht nur, weil die Schiffsflotten 2,5 bis 3 Prozent zum Ausstoß von Treibhausgasen beitragen. Auch das Abwracken der belasteten Schiffskörper erfolgt unter teils katastrophalen Bedingungen.

Siehe auch: GPS & Co. zu unsicher: Schifffahrt tendiert wieder zur Funkpeilung
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