Samsung Exynos mit AMD-GPU: Grafikperformance toppt wohl Apple A14

Roland Quandt am 27.08.2021 12:24 Uhr
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Samsung arbeitet seit einiger Zeit zusammen mit AMD daran, seine mobilen ARM-Prozessoren mit einer Radeon RDNA2-Grafikeinheit zu versehen. Jetzt sind Benchmark-Resultate aufgetaucht, die nahelegen, dass die Performance einen enormen Schub erfahren könnte.

In einem koreanischen Forum sind konkrete Zahlen zur angeblichen Leistung der in einem Sample des kommenden High-End-SoC Samsung Exynos 2200 verwendeten Radeon-GPU aufgetaucht. Der Chip soll nach bisherigem Kenntnisstand ab dem nächsten Jahr in Samsungs Oberklasse-Smartphones wie der Galaxy-S22-Serie und der nächsten Generation der Galaxy Z-Modelle mit faltbarem Display zum Einsatz kommen.

Sample vom Juni 2021 mit Beta-Treiber von AMD getestet

Konkret handelt es sich wohl um Testresultate, die mit Hilfe der Software GFXBench ermittelt worden sein sollen. Angeblich kam ein im Juni 2021 produziertes Sample des Exynos 2200 mit mRDNA2-Grafikeinheit zum Einsatz, bei dem die GPU mit sechs Rechenkernen ausgestattet ist. Beim hier verwendeten Treiber soll es sich um eine Betaversion gehandelt haben, die von AMD zur Verfügung gestellt wurde.

Siehe auch: Erste Benchmarks: Samsung Exynos mit AMD-Grafik schlägt iPhone 12

Die Messungen sprechen eine realtiv eindeutige Sprache: Im GFXBench Manhattan 3.1 Benchmark kam der neue Exynos-Chip mit AMD-GPU angeblich auf 170,7 Bilder pro Sekunde, während beim Test mit Aztec Normal 121,4 Frames pro Sekunde und mit Aztec High immerhin 51,5 FPS erzielt wurden. Damit würde man die bisher in Android-basierten Smartphones verwendeten GPUs um Längen übertreffen und auch Apples A14 hinter sich lassen.

Benchmark-Ergebnisse offenbar bis zu 60 Prozent höher als bei Apple A14

Zum Vergleich: Die GFXBench-Datenbank nennt als Höchstwerte für die gleichen Benchmarks mit einem auf dem Apple A14 Bionic basierenden iPhone Werte von rund 120 Bildern pro Sekunde für das Manhattan-, knapp 80 FPS für Aztec Normal und knapp 30 FPS für Aztec High. Abhängig von der Art des Tests sind die Benchmark-Ergebnisse für die neue AMD-GPU also um bis zu 60 Prozent höher als bei Apples derzeit im iPhone 12 verbauten Chip.

Dies klingt natürlich erst einmal gut, doch gibt es diverse Faktoren, die letztlich die Aussagekraft der jetzt gemeldeten Benchmark-Ergebnisse des ersten Exynos-SoC mit integrierter AMD-Grafik beschränken. Zuallererst gibt es keinen Link zur GFXBench-Datenbank, mit dem sich die gemeldeten Ergebnisse verifizieren ließen. Außerdem ist GFXBench bereits etwas älter und entspricht eher nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik.

Hinzu kommt außerdem, dass es sich um ein Sample-SoC gehandelt haben soll, das unter Laborbedingungen getestet worden sein dürfte. Das heißt, es ist wahrscheinlich, dass hier keine thermischen Beschränkungen die Performance limitiert haben. In einem Smartphone dürfte die Leistung in der finalen Version des Chips unter Umständen deutlich anders ausfallen. Apple steht außerdem kurz vor dem Launch des iPhone 13, in dem wohl der neue Apple A15 Bionic seinen Dienst tun dürfte - und ebenfalls einen kräftigen Schub in Sachen Grafikleistung erwarten lässt.
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