Größte Serien-Windkraftanlage vorgestellt: 80 Gigawattstunden pro Jahr

Christian Kahle am 24.08.2021 15:18 Uhr
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Das chinesische Unternehmen MingYang Smart Energy hat die bisher größte Windkraft-Anlage vorgestellt, die in Serie pro­du­ziert werden soll. Bei der MySE 16.0-242 handelt es sich um ein 242 Meter hohes System für den Offshore-Einsatz.

Es gibt bereits Windkraftanlagen mit ähnlicher Größe, dabei handelt es sich allerdings um Anfertigungen für spezielle Einsatzbereiche. Und diese sind meist auch längst nicht so leistungsfähig. So baute man in Süddeutschland aufgrund der bergigen Umgebung eine 246,5 Meter hohe Anlage, die 10 Gigawattstunden im Jahr erzeugen kann.

Das System der Chinesen ist da weitaus kräftiger. Sie übertrifft auch den Spitzenreiter Haliade-X 12 des US-Konzerns General Electric, dessen 12-Megawatt-Generator rund 67 Gigawattstunden im Jahr erzeugt und somit 22.000 Durchschnitts-Haushalte versorgen kann. Die MySE 16.0-242 kann sogar bis zu 16 Megawatt liefern und kommt so auf eine Jahresleistung von 80 Gigawattstunden. Über die prognostizierte Betriebsdauer von 25 Jahren spart die Anlage im Vergleich zu Kohlestrom rund 1,6 Millionen Tonnen CO2-Emissionen ein.

MySE 16.0-242

Bessere Ausbeute

Angetrieben wird die Windkraftanlage von drei Rotorblättern mit einer Länge von jeweils 118 Metern. Wenn diese sich drehen, decken sie eine Fläche von 46.000 Quadratmetern ab, was mehr als sechs Fußballfeldern entspricht. Dabei lohnt es sich durchaus, die Systeme größer zu konzipieren: Im Vergleich zum Vorgängermodell MySE 11.0-203 wächst der Rotor-Durchmesser um 19 Prozent, während am Ende 45 Prozent mehr Strom aus der Anlage kommt.

So erklärt sich auch das Interesse an solch großen Anlagen. Denn um eine gegebene Menge an Energie zu bekommen, muss man so letztlich weniger Bauprojekte anschieben. Oder eben: Da aktuell der Zubau an neuer Windkraft-Kapazität noch immer deutlich hinter dem Bedarf herhinkt, stellen solche Entwicklungen einen wichtigen Schritt dar, mit überschaubaren Investitionskosten ans Ziel zu kommen. Dabei sind nur geringfügig größere Anlagen aber bereits enorme technische Herausforderungen, da mit jedem Meter zusätzlicher Länge noch sehr viel größere Kräfte auf die Rotorblätter wirken, sodass es immer schwieriger wird, diese stabil zu konstruieren.

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