Projekt Dojo: Teslas neuer Supercomputer kann 2022 in Betrieb gehen

Nadine Juliana Dressler am 21.08.2021 12:54 Uhr
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Tesla hat mit dem Projekt "Dojo" im Rahmen des "Tesla AI Day"-Events eine neue Supercomputer-Technologie genauer vorgestellt. Dabei geht es unter anderem auch um die firmeninterne Forschung an verbessertem Chipdesign, dem D1.

Tesla behauptet dabei, die schnellste KI-Trainingsmaschine der Welt entwickelt zu haben. Ganz neu ist der Bereich für das Unternehmen nicht, denn Tesla hat schon vor einigen Jahren angekündigt, die Entwicklung eines neuen Supercomputers voranzutreiben, der für das Videotraining mit neuronalen Netzen optimiert ist.

Dojo bekommt eine Kapazität von über einem Exaflop

Dabei kommen die E-Fahrzeuge des Konzerns ins Spiel. Tesla verarbeitet eine riesige und stetig wachsende Menge an Videodaten aus seiner Flotte von mittlerweile über einer Million Fahrzeugen, die es zum Trainieren seiner neuronalen Netze verwendet. Allerdings gab es da bisher ein Problem - die verfügbare Hardware war für das Training der neuronalen Netze nicht optimal und Tesla grundlegend unzufrieden. Man glaubte, so schreibt das Online-Magazin Electrek, dass man das selbst intern besser machen könnte - und die ersten Ergebnisse sprechen für sich.

Letztes Jahr hatte Tesla-Gründer Elon Musk angekündigt, dass Dojo eine Kapazität von über einem Exaflop haben würde, also eine Trillion (10^18) Floating-Point Operations pro Sekunde erreichen kann. Damit wäre Dojo der leistungsstärkste Supercomputer der Welt. Ganesh Venkataramanan, Teslas Senior Director of Autopilot-Hardware und Leiter des Dojo-Projekts, zeigte nun die Einzelheiten. Eine wichtige Basis des Projekts ist der D1-Chip von Dojo, der in 7-Nanometer-Technologie gefertigt wird und laut Tesla bahnbrechende Bandbreiten- und Rechenleistungen bietet.

Tesla Projekt Dojo
Venkataramanan hatte einen echten D1-Chip auf der Bühne

Tesla hat den Chip so konzipiert, dass er "nahtlos und ohne Klebstoff miteinander verbunden werden kann". Bei Dojo werden so 500.000 Knoten miteinander verbunden. Hinzu kommt die Schnittstelle, die Stromversorgung und das Wärmemanagement, und das Ergebnis ist eine sogenannte Trainingskachel. Eine Trainingskachel bietet 9 PFlops und 36 TB pro Sekunde Bandbreite in einem Format von weniger als einem Kubikfuß, also in etwa 0,03 Kubikmeter. Nun muss Tesla aber noch einen Computer-Cluster mit diesen Trainingskacheln bilden, um den ersten Dojo-Supercomputer zu bauen.

Laut Tesla wird man dazu 2 x 3 Kacheln in einem Fach und zwei Fächer in einem Computerschrank kombinieren, um über 100 PFlops pro Schrank zu erreichen. In einem System mit zehn Schränken wird Teslas Dojo ExaPod die Grenze der ExaFlop-Rechenleistung durchbrechen - etwas, das die Hersteller von Supercomputern seit Langem zu erreichen versuchen. Wie Elon Musk behauptet, wird man wohl schon nächstes Jahr den Betrieb des Systems aufnehmen können.

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