Eigene Schnellladesäule bringt selbst den VW-Chef zur Verzweiflung

John Woll am 12.08.2021 17:15 Uhr
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Erst mitbegründen, dann heftig lästern: VW-Chef Herbert Diess hat sich erneut öffentlich über das Angebot des Schnellladesäulen-Betreibers Ionity ausgelassen. Der Fall zeigt einmal mehr, dass beim Ausbau der Ladeinfrastruktur in Europa noch einiges im Argen liegt.

Der VW-Chef wird bei der Fahrt über den Brenner so richtig geladen

Ionity wurde 2017 von BMW, Daimler, Ford sowie dem Volkswagen-Konzern gegründet und sollte durch die Bündelung der Bemühungen den Aufbau von Schnellladesäulen entlang europäischer Autobahnen entscheidend voranbringen. In den letzten Jahren gab es aber immer wieder heftige Kritik, auch aus den eigenen Reihen. Jetzt ist es einmal mehr VW-Chef Herbert Diess, der sich in einem öffentlichen Post auf LinkedIn heftig über das Erlebnis mit dem Anbieter auslässt, den sein Konzern mit ins Leben gerufen hat.

VW-Chef Herbert Diess kritisiert Ionity
Der VW-Chef teilt diesen Eindruck seines Ladeerlebnisses mit Ionity

"Auch nach der Kritik im letzten Jahr: kein WC, kein Kaffee, eine Säule außer Betrieb/defekt, traurige Angelegenheit. Das ist alles andere als ein Premium-Ladeerlebnis, Ionity!", so Diess in seinem Post. Demnach habe er mit seinem VW ID.3 jüngst die Fahrt vom Bodensee zum Gardasee angetreten, auf dem Brenner aber deutlich zu wenig Ladepunkte vorgefunden - hier betreibt Ionity gerade einmal 4 Standorte. Attraktive Ladeplätze, beispielsweise mit Shoppingmöglichkeiten, seien da natürlich schnell besetzt, Alternativen aber nur wenig einladend. Diess liefert hier mit einem Foto seines Stopps einen Eindruck, der zeigt, dass Ladepunkte aktuell oft nicht einmal mit durchschnittlichen Tankstellen mithalten können.

VW ID.3

Kleinlaute Antwort von Ionity

Auf die wiederholte öffentliche Kritik antwortet Marcus Groll, Managing Director und COO bei Ionity, dann direkt auf den Post des VW-Chefs doch recht kleinlaut. "Vielen Dank für das Feedback. Der Standort am Brenner steht auf unserer Liste der Upgrade-Sites. Wir haben diesen Sommer einen starken Anstieg der Auslastung an vielen Standorten insbesondere in Norwegen, Schweden und Frankreich gesehen und werden hierauf reagieren", so Groll. Am konkreten Standort, den Diess scharf kritisiert, arbeite man an der "Verbesserung des Kundenservice".
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