Ohne Lithium & Kobalt: CATL bringt Natrium-Ionen-Akkus auf den Markt

Christian Kahle am 30.07.2021 08:56 Uhr
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Der chinesische Batterie-Produzent CATL nimmt den Gegnern der Elektromobilität jetzt einige ihrer Kernargumente weg: Das Unternehmen stellte seine ersten marktreifen Natrium-Ionen-Akkus vor, bei denen man sowohl auf Lithium als auch auf Kobalt verzichten kann.

Das Grundprinzip dieser Stromspeicher-Technologie ist bereits länger bekannt, allerdings bedurfte es noch zahlreicher Optimierungen, um die Batterien dieses Typs auf ein Niveau zu bringen, dass sie konkurrenzfähig zur Lithium-Ionen-Batterie macht. Die Entwicklungsabteilung CATLs arbeitet seit Jahren daran und kann nun einen entsprechenden Erfolg als Produkt auf den Markt bringen.

Auf seinem "Tech Zone"-Event stellte der Anbieter jetzt Natrium-Ionen-Akkuzellen vor, die eine Kapazität von 160 Wh/kg erreichen. Das ist zwar noch etwas weniger als bei den aktuellen gebräuchlichen Lithium-Ionen-Batterien, allerdings kommen bei der Neuvorstellung noch einige andere Vorteile hinzu. Laut CATL verfügen die Stromspeicher nämlich über hervorragende Schnelllade-Eigenschaften und können bei normaler Temperatur binnen 15 Minuten auf einen Füllstatus von 80 Prozent gebracht werden.

Natrium-Ionen-Akku
Die neuen Natrium-Ionen-Zellen von CATL

Nächste Generation kommt bald

Darüber hinaus garantiert der Anbieter auch, dass die Natrium-Ionen-Batterien bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt mehr als 90 Prozent ihrer Leistungsfähigkeit behalten. Damit sind sie sicherlich gute Stromspeicher für die Elektromobilität in Regionen, die regelmäßig mit harschen Wintern zu tun bekommen. Lithium-Ionen-Akkus verlieren hier oft schnell einen weitaus größeren Teil ihrer Leistung.

CATL hat bereits damit begonnen, Testmuster der neuen Zellen an Kunden auszuliefern. Parallel stellt das Unternehmen eine Technologie zur Verfügung, die eine Mischung aus diesen Zellen und Lithium-Ionen-Komponenten in großen Batteriesystemen ermöglicht und die jeweiligen Einzelbestandteile optimal ansteuert. Weiterhin will man demnächst auch schon die zweite Generation der neuen Akkus vorstellen können, die bereits 200 Wh/kg bereitstellen können. Bis 2023 soll dann eine vollständige Fertigungskette für die Massenproduktion aufgebaut werden.

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