iFixit: Knebelverträge von Microsoft & Co verhindern Gadget-Reparatur

Roland Quandt am 20.07.2021 19:02 Uhr
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Microsoft, Samsung, Apple und viele andere große Technologieanbieter machen es nach Meinung von des Chefs des Reparaturspezialisten iFixit unnötig schwer, ihre Hardware-Produkte wieder gangbar zu machen. Vor allem die Verfügbarkeit der Teile von Zulieferern sei ein Problem.

Wie Kyle Wiens, Mitgründer und Chef von iFixit anlässlich einer Anhörung vor der amerikanischen Productivity Commission erklärte, sei es für Reparaturdienstleister unnötig schwer, an Ersatzteile zu kommen. Er kritisierte unter anderem den deutschen Akkuhersteller Varta, der zum Beispiel Samsung mit den Akkus für dessen drahtlose Kopfhörer versorgt.

Wenn man nun als Drittkunde an Varta herantrete, um Ersatzteile für die Reparatur der Kopfhörer zu erwerben, sei dies praktisch nicht möglich. Die Verträge mit Samsung würden dies Varta verbieten, heiße es dann. Die gleichen Regelungen gebe es auch bei den anderen großen Hardware-Herstellern.

Microsofts Surface Laptop bekam von Wiens ebenfalls sein Fett weg. Das Gerät habe von iFixit eine Reparatur-Wertung von "0" bekommen, was sogar noch unterhalb der üblichen Skala von 1 bis 10 liege. iFixit musste das Gerät wegen des fest verklebten Akkus sogar "aufschneiden", um sich Zugriff auf den Stromspeicher zu verschaffen. Weil der Akku eingeklebt worden sei, habe man das Notebook beim Versuch einer Reparatur schlichtweg zerstört.

Um die Hersteller, die immer wieder mit dem angeblichen Interesse ihrer Kunden an möglichst originalen Ersatzteilen argumentieren, dennoch zu zwingen, die Geräte leichter reparierbar zu machen, fordert Wiens unter anderem eine Öffnung des Marktes für Bauteile. Außerdem wünscht er sich eine Reparatur-Skala, die die Hersteller bei der Vermarktung der Geräte veröffentlichen müssen, damit die Kunden von vornherein wissen, wie leicht eine eventuell fällige Reparatur fallen wird.
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