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Verbraucherschützer warnen vor Betrug mit Lidl Pay-Zahlungen

Dem Verbraucherschutz Niedersachsen sind wiederholt Fälle von Betrug mit Lidl Pay gemeldet worden. Dabei kaufen Kriminelle mit den Daten von Dritten über die App des Discounters ein. Nach ersten Erkenntnissen wurden die Daten, die die Betrüger nutzen, anderweitig gestohlen.
16.07.2021  19:45 Uhr
Das meldet die Verbraucherzentrale Niedersachsen und berichtet von einem aktuellen Fall, bei dem der Name des Geschädigten geändert wurde. Das Betrugsopfer hatte dabei auf seinem Girokonto Abbuchungen in Höhe von knapp 900 Euro von der Lidl Digital Trading GmbH & Co. KG entdeckt. "Weder er noch seine Frau haben bei dem Discounter eingekauft. Die beiden nutzen auch die Lidl-App nicht", so die Verbraucherschützer. "Offenbar sind Unbekannte an seine Daten gelangt und haben sich damit einen Account in der Bezahl-App oder bei Lidl-Plus eingerichtet. Unklar ist bisher, woher die Daten stammen und wie der Account verifiziert wurde."
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Die Familie ging zunächst davon aus, dass es sich um ein Versehen handelt und ließ die Beträge von seiner Bank zurückbuchen. Was folgte, war Post von einem Inkassobüro, das Lidl eingeschaltet hatte. Dabei ging es um eine Adressermittlung. Dabei kam heraus, dass jemand im Namen der Geschädigten einen Account für Lidl Pay eingerichtet hatte und das mit veralteten Daten. Die Anschrift war von einem Wohnsitz, unter der die Familie seit dem Jahr 2008 nicht mehr gemeldet ist.

Unklar, wie die Täter an Daten kamen

Die Vermutung liegt nahe, dass es sich um einen Fall von Identitätsdiebstahl handelt: Dabei haben Kriminelle mit den persönlichen Daten (Adresse und Bankkonto) sich bei Lidl Pay angemeldet und einkauft. Im Fall, den die Verbraucherzentrale Niedersachsen nun publik gemacht hat, ist fraglich, wo die Daten herkamen - allzu schwer wird es aber für Cyberkriminelle nicht sein, mit fremden Daten eine Anmeldung und Käufe durchführen, vermuten die Verbraucherschützer.

Vermutlich hat Lidl Pay das Bankkonto nicht verifiziert. "Viele Anbieter von Zahlungsdiensten überweisen zunächst Kleinstbeträge auf die Konten ihrer Neukundschaft. Sie geben die Nutzung des Dienstes erst frei, sobald diese ihnen den überwiesenen Betrag oder ein im Verwendungszweck angegebenes Kennwort mitgeteilt haben", erläutert die Verbraucherzentrale. "Lidl Pay erleichtere Betrügern ihre Arbeit zusätzlich dadurch, dass bislang keine Zwei-Faktor-Authentifizierung für die Nutzung des Dienstes erforderlich war". Der Discounter will sein System nach eigenen Angaben nachbessern, um Kunden besser zu schützen.

Der veröffentlichte Fall ist nicht der einzige, der in Zusammenhang mit Lidl Pay zur Anzeige kam. Die Verbraucherschützer raten, in solchen Fällen auf jeden Fall Anzeige bei der Polizei zu erstatten und sich mit den Firmen, von denen die Abbuchungen kommen, in Verbindung zu setzen.

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