Steam Deck: Valve bringt Gaming-PC im Design einer Handheld-Konsole

Roland Quandt am 16.07.2021 13:11 Uhr
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Der Spieleanbieter und Plattformbetreiber hinter der beliebten Gaming-Bibliothek Steam, die Firma Valve, hat mit dem Steam Deck eine Art tragbare Spielkonsole vorgestellt. Das Gerät erinnert an eine Nintendo Switch, nutzt aber PC-Hardware auf Basis einer AMD-APU und Linux.

Das Steam Deck soll vor allem durch seine kompakte Bauform punkten und dem Nutzer den Spielekonsum unterwegs ermöglichen. Anders als etwa bei der Switch sind die Controller direkter, fester Bestandteil des Gehäuses, können also nicht abgenommen werden. Valve will das Steam Deck mit einem optionalen Dock anbieten.

Valve Steam Deck
Valve Steam Dock

Im Mittelpunkt steht bei dem Steam Dock ein sieben Zoll großes LCD-Panel, das mit 1280x800 Pixeln arbeitet und eine Helligkeit von maximal 400 Candela erreicht. Das Panel arbeitet mit 60 Hertz und besitzt einen Touchscreen. In Sachen Größe und Performance entspricht der Bildschirm also ungefähr dem, was man von der normalen Ausgabe der Nintendo Switch oder dem GPD Win 3 kennt.

AMD-Quadcore soll für ausreichend Gaming-Leistung sorgen

Unter der Haube verbaut Valve eine nicht näher benannte AMD-APU auf Basis der "Zen 2"-Architektur, die mit vier bis 15 Watt Verlustleistung arbeiten soll. Der Chip beinhaltet eine vierkernige CPU, die bis zu acht Threads unterstützt und mit Taktraten zwischen 2,4 und 3,5 Gigahertz arbeitet. Außerdem ist eine Radeon-GPU integriert, die acht RNDA2-Recheneinheiten mitbringt und mit bis zu 1,6 Gigahertz taktet. Die Leistung der GPU wird mit 1,6 TFLOPs angegeben.

Je nach Modell sind laut Valve 64 GB eMMC-Flash oder eine 256 bzw. 512 Gigabyte große PCIe-NVMe-SSD als Festspeicher verbaut. Der Arbeitsspeicher ist grundsätzlich 16 GB groß und nutzt LPDDR5-Module. Da unklar ist, was für Optimierungen Valve vornimmt, lässt sich nur wenig über die Leistung des Steam Deck sagen. Das Unternehmen verspricht jedoch, dass ein Großteil der Spiele aus der Steam-Bibliothek gut spielbar sein soll.

Valve Steam Deck

Als Betriebssystem läuft hier SteamOS 3.0, das auf Arch Linux basiert und die KDE Plasma Desktop-Umgebung verwendet. Der Nutzer soll sich natürlich primär in der Steam-Welt bewegen. Über diese soll eine riesige Zahl von Spielen zu Verfügung stehen, mit der man sich jederzeit an jedem Ort (im WLAN) die Zeit vertreiben kann.

Controller-Tasten ohne Ende, integrierte Trackpads mit Feedback

Die Besonderheit des Steam Deck sind die integrierten Controller-Bedienelemente. So gibt es natürlich zwei Analog-Sticks, Schulter-Tasten und -Trigger, ein D-Pad und die üblichen ABXY-Tasten. Hinzu kommen aber auch noch zwei gut 30x30mm große Trackpads links und rechts des Bildschirms mit haptischem Feedback, eine Schnellzugriffstaste und weitere Buttons für Optionen, Ansicht und Steam.

Valve Steam Deck

Außerdem gibt es aber auch noch vier rückwärtige Tasten am "Boden" der Konsole, die ebenfalls mit Aktionen belegt werden können. Am Gehäuse findet man außerdem auch noch einen USB Type-C-Port, einen Kopfhöreranschluss, Lüftungsschlitze und Lautstärke-Tasten, eine Status-LED, den Power-Button und einen MicroSD-Kartenslot. Gefunkt wird ausschließlich per Dual-Band-WLAN nach ac-Standard und Bluetooth 5.0. Support für WiFi 6 fehlt hier.

Auf Wunsch kann man das 669 Gramm schwere Steam Dock per USB Type-C-Anschluss auch mit einem Fernseher oder externen Monitor verbinden. Die Energieversorgung erfolgt per USB-PD. Der fest verbaute Akku hat eine Kapazität von 40 Wattstunden und soll damit Gaming-Laufzeiten zwischen zwei und acht Stunden zulassen.

Valve will das Steam Deck ab Dezember 2021 vertreiben, interessierte Kunden können sich aber auch schon jetzt ein Gerät sichern. Der Einstiegspreis für die Version mit 64 GB eMMC-Flash liegt bei 419 Euro. Wer die schnelleren Speichervarianten mit 256 oder 512 GB großen NVMe-SSDs wünscht, muss dafür jeweils 549 bzw. 679 Euro zahlen.
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