Daimlers Akku-Zulieferer in Bitterfeld-Wolfen plötzlich auf der Kippe

Christian Kahle am 13.07.2021 15:10 Uhr
10 Kommentare
Beim Aufbau von Werken zur Produktion von Batteriezellen wird es nicht nur Erfolge geben. Das zeigt das Beispiel einer geplanten Anlage in Bitterfeld-Wolfen, wo Akkus für Elektroautos von Daimler hergestellt werden sollten.

Das Werk sollte an dem Standort vom chinesischen Zulieferer Farasis errichtet werden und bereits ab dem kommenden Jahr Akkuzellen liefern. Doch daraus wird nun wohl nichts. Stattdessen müssen Daimler und auch die lokalen Unterstützer des Industrie-Projekts befürchten, dass sich die Planungen des Partners um Jahre verzögern oder gar komplett aufgegeben werden.

Seitens des Unternehmens spricht man laut dem Handelsblatt von einer Überarbeitung der europaweiten "Lokalisierungsstrategie". Das bedeutet, dass man bei Farasis noch einmal neu entscheiden will, welche Akkuzellen man letztlich an welchem Standort fertigen wird. Auf Nachfrage erklärte man lediglich, dass Bitterfeld weiterhin ein Bestandteil "potenzieller Lokalisierungsstrategien" sei.

Mindestens zwei Jahre später

Das muss so gedeutet werden, dass aktuell zumindest nicht sicher ist, ob das Werk überhaupt gebaut wird. Über die kommenden Wochen hinweg wird in dieser Hinsicht erst einmal Unsicherheit herrschen. Erst Ende August soll eine Entscheidung getroffen werden, wie es im Detail in Europa weitergeht. Das betrifft am genannten Standort eine Investition von 600 Millionen Euro, an der bis zu 2000 Arbeitsplätze hängen.

Nach Angaben des Handelsblattes bedeutet dies aber, dass die Aufnahme der Produktion im kommenden Jahr vom Tisch ist. Realistisch ist eine Verzögerung des Baus um rund zwei Jahre. Vor 2024 dürften also keine Zellen vom Band laufen. Daimler hatte sich im vergangenen Jahr zu drei Prozent an dem Zulieferer beteiligt, um sich auch Zugang zu den Produkten zu sichern. Allerdings ist der Autokonzern nicht von dem Anbieter abhängig. Unter anderem bezieht man auch Zellen von CATL, der bei Erfurt an einem eigenen Werk arbeitet.

Siehe auch:

10 Kommentare lesen & antworten
Jede Woche neu: Top-News per E-Mail
Verwandte Themen
Stromversorgung
Desktop-Version anzeigen
Hoch © 2021 WinFuture Impressum Datenschutz Cookies