Apple zieht durch: Cannabis-Lieferdienste jetzt im AppStore erlaubt

John Woll am 07.07.2021 15:10 Uhr
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Für die Legalisierungsbewegung ist es ein großer Sieg: Apple hat seine AppStore-Richtlinien so angepasst, dass ab sofort Cannabis-Lieferdienste ihre Anwendungen anbieten dürfen. Warum der Konzern die Änderung so plötzlich durchzieht, ist nicht bekannt.

Apple lässt als erster großer Tech-Konzern Weed-Apps zu

Es ist eine Anpassung, die sich natürlich nur auf Länder auswirkt, in denen Cannabis legal angeboten werden darf, trotzdem hat der Schritt Signalwirkung. Während Apple bei Tabak- und Vape-Produkten sowie Alkohol weiter eine sehr harte Linie im AppStore fährt, sind Anbieter von Cannabis-Lieferdiensten jetzt tatsächlich mit ihren Anwendungen willkommen - solange sie einige klare Richtlinien erfüllen. Dafür hat Apple laut heise im Abschnitt "kontrollierte Substanzen" seine Store-Richtlinien "legale Cannabis-Apotheken" mit aufgenommen. Das Fachmagazin WeedWeek berichtet, dass diese Umsetzung ohne große Ankündigung schon Anfang des Monats erfolgt war.

Eine der wichtigsten Regeln, die Cannabis-Apps beachten müssen, ist dabei die Beschränkung des Angebots durch Geo-Sperren auf Rechtsräume, in denen dieses legal angeboten werden darf. Darüber hinaus unterliegen auch die Entwickler strengeren Auflagen als normale Apps. Anbieter von Cannabis-Lieferdiensten können ihre Anwendungen nur als Firma oder juristischen Personen einstellen, Einzelentwickler sind hier also nicht zugelassen.

War zu erwarten

In einem Interview mit WeedWeek bezeichnete Chris Vaughn, CEO des kalifornischen Lieferdienstes Emjay, die Entwicklung von Lieferangeboten als "wahrscheinlich die größte Chance für Cannabis". Wie der Branchen-Experte beschreibt, gab es unter Experten schon länger die Erwartungshaltung, dass Apple hier als erster der großen US-Tech-Konzerne vorpreschen könnte. Und so hatte Emjay seine iOS-App schon vor der Ankündigung entsprechend vorbereitet: "Wir hatten ein Gefühl, dass das kommen würde", so Vaughn. Der Emjay-Chef hat hier aber noch ein anderes Gefühl: "Ich denke, Google wird schnell folgen."

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