Encrochat-Überwachung: BKA zieht Bilanz - tausende Dealer gefunden

Christian Kahle am 06.07.2021 16:46 Uhr
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Ein "nachhaltiger Schlag gegen die organisierte Rauschgiftkriminalität". So bewertet das Bundeskriminalamt (BKA) die Ergebnisse des Ermittlungsverfahrens rund um Encrochat, bei dem über längere Zeit Krypto-Handys überwacht werden konnten.

Mehr als 2250 Ermittlungsverfahren seien eingeleitet, mehr als 750 Haftbefehle vollstreckt worden, teilte das BKA heute mit. Darüber hinaus habe man eine beachtliche Menge an illegalen Drogen sichergestellt. Gegen die Personen, die im Zuge der Ermittlungen ins Visier genommen wurden, gibt es in erster Linie das Verdachtsmoment des bandenmäßigen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge und der Bildung einer kriminellen Vereinigung.

Die ganze Geschichte sorgt inzwischen seit einigen Monaten für Aufsehen. Denn erstmals war es Ermittlern gelungen, im großen Stil in die verschlüsselte Kommunikation eines Mobilfunk-Produkts einzubrechen und die dort geführte Kommunikation abzuhören. Die betroffenen Krypto-Smartphones wurden vom Dienstleister Encrochat vertrieben. Maßgeblich waren hier anfangs Ermittler aus Frankreich und den Niederlanden beteiligt, die nach und nach andere Polizeiorganisationen wie das BKA dazuholten.

Sehr viel Arbeit

Hunderttausende Chatverläufe von Usern, die sich aus Deutschland eingeloggt hatten, wurden demnach ausgewertet, wobei man mit einer Mischung aus Kriminalisten aus verschiedenen Fachbereichen und automatisierten Verfahren arbeitete. Nahezu alles bestand aus strafrechtlich relevanten Inhalten, hieß es. Daher konzentrierte man sich vor allem darauf, die Identifizierung der User hinzubekommen, was in tausenden Fällen gelang.

In 520 einzelnen Ermittlungsverfahren wurden in den vergangenen Wochen Festnahmen, Sicherstellungen und Durchsuchungen durchgeführt. Dabei beschlagnahmten die beteiligten Polizisten unter anderem fast 3,2 Tonnen Cannabis, etwa 320 Kilogramm synthetische Drogen, über 125.500 Ecstasy-Tabletten, fast 400 Kilogramm Kokain und 10 Kilogramm Heroin. Aber auch rund 310 Schusswaffen und über 12.200 Schuss Munition gehörten zu den Fundstücken.

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