Apple: Sitz im Silicon Valley wird zunehmend zum Klotz am Bein

Christian Kahle, 06.07.2021 10:34 Uhr 15 Kommentare
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Das Silicon Valley entwickelt sich für einen Konzern wie Apple zunehmend zu einem Klotz am Bein. Das Unternehmen hat notgedrungen damit begonnen, sich zu dezentralisieren, um nicht in immer größere Probleme zu laufen. Seit der Gründung des Traditionskonzerns schlägt das Herz Apples in Cupertino. Gerade hat sich das Unternehmen dort auch einen komplett neuen Firmensitz gebaut. Allerdings deutet einiges darauf hin, dass dieser anders aussehen würde, wenn man die Sache aus der heutigen Perspektive plante. Die Vorbereitungen für den Neubau wurden noch zu Lebzeiten Steve Jobs' begonnen. Seitdem hat sich die Ausgangslage ein gutes Stück verändert.

Das Apple-Management sieht sich regelrecht gezwungen, Aktivitäten in diverse andere Gegenden zu verlagern. Denn zunehmend wandern die ohnehin zu wenigen Fachkräfte aus dem Silicon Valley ab, berichtet die Nahrichtenagentur Bloomberg. Zwar gehören Entwickler bei Apple ohne Frage zu den Top-Verdienern, doch sind die Lebenshaltungskosten in der Region inzwischen so weit gestiegen, dass die hohen Gehälter sich schnell relativieren.

Alles wird leichter

Apple fällt es insbesondere schwer, neue Stellen in Cupertino möglichst vielfältig zu besetzen. Das Management sieht verschiedene Vorteile darin, Teams zusammenzustellen, bei denen die Mitglieder aus unterschiedlichen Ethnien und sozialen Schichten kommen. Aufgrund massiver Verdrängungstendenzen steigt hier aber der Anteil der klassischen weißen Oberschicht deutlich an.

Apple beginnt daher, zunehmend Arbeitsbereiche an ganz anderen Standorten anzusiedeln. Das hat nicht nur den Vorteil, dass man mehr talentiertes Personal findet. Letztlich dürfte es auch positive Effekte auf die Bilanzen des operativen Geschäfts haben. Denn anderswo kann man auch mit kleineren Gehältern als im Silicon Valley sehr gute Leute bekommen. Und auch das nicht zu vernachlässigende Feld der weniger gut bezahlten Jobs kann hier wesentlich besser organisiert werden. So kommt man dann besser an Hausmeister, Reinigungspersonal und Küchenkräfte, die in Cupertino erst recht Mangelware sind, da sie mit den eher normalen Gehältern kaum noch in der Region leben können.

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