Vom Open-Source-Liebling zur Datenkrake?
Wie auf der Audacity-Website seit Anfang Juli nachzulesen ist, stimmt der Anwender bei der Verwendung der Software zu, dass dabei Daten erfasst werden, die der "Rechtsdurchsetzung" dienen können. Dazu gehört unter anderem, dass Audacity unter Umständen den IP-basierten Standort des Nutzers übermittelt und außerdem Daten über das verwendete Betriebssystem erfasst. Hinzu kommen Inhalte, die für "Strafverfolgung, Rechtsstreitigkeiten und Anfragen von Behörden" von Relevanz sein können, wobei man in den öffentlichen Angaben keine Details dazu nennt.Kritik hagelt es nun nicht nur wegen Verstößen gegen die Gnu Public License, unter der Audacity eigentlich stehen soll, sondern auch wegen Sorgen bezüglich der möglichen Weitergabe der gesammelten Nutzerdaten an Dritte, darunter auch Werbetreibende. Außerdem wird bemängelt, dass die Muse Group bei der Erhebung der Daten mit einem außerhalb Europas ansässigen Dienstleister zusammenarbeitet, so dass Daten der User nicht nur nach Russland, sondern auch in die USA gelangen könnten.
Die Audacity-Community hat als Teil ihrer allergischen Reaktion auf die geänderten Datenschutzbestimmungen auch schon erste Forks des Tools erstellt, die gemäß den Open-Source-Richtlinien ohne die neuen Sammelmaßnahmen daherkommen. Entsprechende Repositories bei GitHub ermöglichen den Download der "guten" Versionen der Software.