Google Assistant: Mitarbeiter werten unabsichtliche Aufzeichnungen aus

Roland Quandt, 01.07.2021 14:56 Uhr 24 Kommentare
Google hat erstmals bestätigt, dass der Google Assistant unter Umständen Audioaufzeichnungen anfertigt, ohne zuvor durch ein Hotword ausgelöst worden zu sein. Ein Teil der Aufnahmen wird angeblich auch von Menschen angehört, was einige Fragen in Sachen Privatsphäre aufkommen lässt. Update 5.7.21: Google hat den Bericht aus Indien dementiert und erklärt, dass Aufnahmen grundsätzlich nur dann zur Auswertung kommen, wenn der Nutzer dem ausdrücklich zugestimmt hat. Außerdem werde die Aufzeichnung selbst dann nur aktiviert, wenn auch eindeutig ein Hotword erkannt wurde, so der Konzern. /Update

Wie IndiaToday berichtet, haben Vertreter von Google jüngst gegenüber einer Regierungskommission erklärt, dass Google-Mitarbeiter einige Aufzeichnungen der Konversationen anhören, die Nutzer mit dem Google Assistant führen. Damit bestätigten sie frühere Angaben des Internetkonzerns, laut denen eine Auswertung einer geringen Zahl von Konversationen zur Verbesserung der Spracherkennung erfolgt.

Google hat allerdings vor den indischen Regierungsvertretern auch erstmals von offizieller Seite bestätigt, dass der Google Assistant unter Umständen auch dann aktiv werden kann, wenn er gar nicht per Hotword aktiviert wurde. Auch in solchen Fällen komme es zu einer Aufzeichnung der Konversationen mit dem Nutzer, wobei ein Teil dieser Daten auch von Google-Mitarbeitern angehört werde, heißt es.

Hunderte Samples von ungewünschten Aufzeichnungen leakten schon 2019

Im Grunde bestätigen Googles Angaben aus Indien damit die bereits 2019 aufgekommenen Vorwürfe wegen eines mangelnden Schutzes der Privatsphäre der Assistant-Nutzer. Damals hatte ein an der Analyse der Sprachaufzeichnungen beteiligter Mitarbeiter bzw. externer Dienstleister zahlreiche unbeabsichtigte Aufzeichnungen an belgische Medien weitergegeben.

In der Folge hagelte es Kritik von Datenschutzexperten, laut der Google die Privatsphäre der Nutzer durch die Auswertung von Aufzeichnungen ohne vorher erfolgte Aktivierung durch ein Hotword gefährdet. Die indischen Regierungsvertreter wollen nun unter anderem prüfen, ob man Google zu einer automatischen Löschung der Assistant-Aufzeichnung zwingen kann.

Außerdem soll der Internetkonzern dazu gezwungen werden, die Nutzungsbedingungen klarer zu formulieren, damit die User besser über die Art der möglichen Verwendung der vom Google Assistant erfassten Daten informiert werden - sei es bei absichtlichen oder eben unabsichtlichen Aufzeichnungen.
24 Kommentare lesen & antworten
Folge WinFuture auf Google News
Verwandte Themen
Google LLC
Desktop-Version anzeigen
Hoch © 2022 WinFuture Impressum Datenschutz Cookies