Scheuer: Deutschland soll zum 'Leitmarkt' für Spieleentwicklung werden

Witold Pryjda am 30.06.2021 17:26 Uhr
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Seit Jahren laufen Bemühungen, Deutschland als Standort für Spieleentwicklung attraktiver zu machen - mit bisher beschränktem Erfolg. Nun gibt es eine weitere Initiative und der zuständige Bundesminister Andreas Scheuer träumt davon, Deutschland zum "Leitmarkt" zu machen.

Andreas Scheuer ist nicht nur Bundesminister für Verkehr, sondern auch für digitale Infrastruktur zuständig. Dazu zählt auch Gaming und hier haben sich Scheuer und sein Amt einiges vorgenommen - auch wenn man sich immer noch wundern kann und muss, dass dieser wirtschaftliche Bereich in diesem Ministerium angesiedelt ist.

30-seitiges Strategie-Papier

Wie dem auch sei: Dass Gaming und die Spieleindustrie ein bedeutender wirtschaftlicher, kultureller und gesellschaftlicher Faktor sind, darüber gibt es keine Zweifel. "Games sind das spannendste Medium unserer Zeit", sagte Scheuer entsprechend bei der heutigen Vorstellung der "Strategie für den Games-Standort Deutschland". In diesem gut 30-seitigen Papier (PDF) wird ein Maßnahmenkatalog vorgestellt, der Spieleentwicklung hierzulande voranbringen soll.

Wie Games Wirtschaft berichtet, soll das mit Hilfe von vier Eckpunkten gelingen:

  1. Deutschland soll "Leitmarkt" für Computerspiele werden: Das soll über Messen wie die Gamescom, Auszeichnungen wie den Computerspielpreis oder auch Standortmarketing erzielt werden.
  2. Marktentwicklung für Computerspieleproduktion unterstützen: Hier will das Ministerium einerseits heimische Studios fördern, andererseits internationale Unternehmen anziehen. Dazu kommen Ausbildungsinitiativen und auf Spiele spezialisierten Hubs.
  3. Stärkung von Innovation durch Games: Das soll über die Verknüpfung von Hochschulen sowie Forschungseinrichtungen mit der Gaming-Branche gelingen, hier soll ebenfalls mit finanziellen Hilfen gearbeitet werden.
  4. Nutzen von gesellschaftlichen Potenzialen von Games: Man will Spiele nicht nur als Teil der Digitalisierung ansehen, sondern auch von Kunst und Kultur. Eine Rolle spielen auch Serious Games sowie die verstärkte Bemühungen im Hinblick auf die Gemeinnützigkeit von E-Sport-Vereinen.

Diese Punkte sind zweifellos keine Garantie, dass das Vorhaben gelingt, sie sind aber sicherlich dennoch lobenswert. Von der Branche kommt entsprechendes Lob: "Computer- und Videospiele werden seitens der Politik nicht mehr nur als Innovationstreiber, Kulturgut und Wirtschaftsfaktor anerkannt, sondern sollen auch dementsprechend breit unterstützt werden", sagte Game-Geschäftsführer Felix Falk, der die Maßnahmen sowie die Strategie als Beweis, "dass wir auf einem guten Weg sind" bezeichnete.
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