Microsoft rüstet Rechtsabteilung auf, erwartet Regulierungs-Jahrzehnt

John Woll am 30.06.2021 15:07 Uhr
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Microsoft erwartet vom nächsten Jahrzehnt große juristische Auseinandersetzungen. Das Unternehmen sieht in den 2020er-Jahren ein Jahrzehnt der Regulierungs-Entscheidungen auf die Tech-Branche zukommen und rüstet dafür die eigene Rechtsabteilung deutlich auf.

Microsoft rechnet mit Auseinandersetzungen mit Regulierungsbehörden

Der Sommer ist für Microsoft traditionell die Zeit, in der man den Konzern einer jährlichen Neuorganisation unterzieht. Unternehmensressourcen werden optimiert, Abteilungen müssen dabei gerne auch mal in Sachen Personal Federn lassen. Zumindest in Bezug auf die Rechtsabteilung geht Microsoft in diesem Jahr aber den umgekehrten Weg. Laut Bericht von Axios hat Microsoft-Präsident Brad Smith die Absicht des Unternehmens verkündet, seine Abteilung für "Rechts- und Unternehmensangelegenheiten" um bis zu 20 Prozent zu erweitern.

Länder, die neue Gesetze rund um die Tech-Branche planen
Viele Länder planen neue Regeln, Microsoft will vorbereitet sein

Smith macht dabei unmissverständlich klar, warum Microsoft zum jetzigen Zeitpunkt in den Ausbau der Rechtsabteilung investiert und dafür aktuell im Eiltempo neue Rechtsexperten einstellt: "Dies spiegelt die Schlussfolgerung wider, dass dieses Jahrzehnt eine erweiterte Tech-Regulierung auf der ganzen Welt bringen wird. Wie ich es manchmal innerhalb des Unternehmens ausdrücke, werden die 2020er-Jahre der Technologie das bringen, was die 1930er-Jahre den Finanzdienstleistungen gebracht haben."

Interessant ist dabei auch der Bezug, den Smith zum früheren Vorgehen Microsofts herstellt - das Unternehmen war in den frühen 2000ern für eine sehr aggressive Strategie im Kampf mit Regulatoren bekannt. Der Microsoft-Präsident betont, dass die Ausrichtung der Rechtsabteilung dafür sorgen soll, "neue Regeln zu antizipieren und zu übernehmen, anstatt sich gegen sie zu stemmen".

Neue Gesichter an der Spitze

Für diese Aufstellung setzt Microsoft auch auf frische Gesichter an der Spitze der Rechtsabteilung. Der aktuelle juristische Leiter, Dev Stahlkopf, wird das Unternehmen verlassen. An dessen Stelle setzt Microsoft mit den bisherigen Stellvertretern Lisa Tanzi und Hossein Nowbar gleich doppelten Ersatz.

Smith hatte in einem internen Memo zu den Anpassungen auch eine Weltkarte angehängt, die alle Länder aufzeigt, die neue Regulierung der Tech-Branchen planen oder bereits umsetzen. "Es ist mit einer umfassenden Reihe von Änderungen zu rechnen. Aus unserer Sicht ist es klug, mit den Vorbereitungen zu beginnen."
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