So geht Überwachungskamera: Indisches Call Center spricht Räuber an

Christian Kahle am 23.06.2021 13:00 Uhr
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Ein US-Unternehmen hat einen Weg gefunden, wie Überwachungskameras tatsächlich etwas zur Steigerung der Sicherheit beitragen können. Täter werden hier auf frischer Tat beobachtet und aus einem Call Center heraus auch mal angeschrieen.

Das Problem bei Überwachungskameras besteht meist darin, dass sie schlicht keinen Beitrag dabei leisten, Kriminalität zu verhindern. Im besten Fall können sie vielleicht noch bei der Aufklärung von Straftaten helfen, wenn es gelingt, den Täter auf den Aufnahmen zu identifizieren. Das Konzept von Live Eye Surveillance geht daher einen anderen Weg: Die Kamera stellt hier im Grunde eine direkte Verbindung zu einer anderen Person her.

Wie gut das funktioniert, zeigt das Unternehmen in verschiedenen Videos, die reale Vorkommnisse dokumentieren sollen. In einem Fall hat ein Call Center-Mitarbeiter des Sicherheits-Unternehmens beobachtet, dass ein Kunde in einem Laden ein Getränk direkt konsumiert, statt es erst zu kaufen. Als er dann an der Kasse steht, meldet sich eine Stimme über den Lautsprecher in der Kamera und weist auf den Mundraub hin.

Überwachungskamera mit menschlicher Unterstützung
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Preiswerter als Security vor Ort

Zu sehen sind aber auch richtige Laden-Überfälle, bei denen der Verkäufer zur Herausgabe des Geldes gezwungen werden soll. Auch hier hilft die Stimme aus der Kamera, die Lage zu entschärfen. Sie informiert darüber, dass der Fall beobachtet wird und die Polizei bereits informiert wurde. Dies genügte, um die Täter direkt in die Flucht zu schlagen, denn aus deren Sicht ist die Kontrolle über die Situation damit eindeutig verloren gegangen.

Ganz billig ist die Dienstleistung allerdings nicht. Während man eine einfache Überwachungskamera bereits für kleines Geld bekommt, kostet der Service von Live Eye Surveillance 399 Dollar im Monat. Dafür sitzt dann aber auch während der gesamten Geschäftszeiten jemand in Indien im Call Center und passt auf, dass Diebstähle oder Überfälle bemerkt werden und eine entsprechende Reaktion erfolgt. Dies ist letztlich auch preiswerter, als zusätzlich einen Security-Mitarbeiter vor Ort zu beschäftigen.

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