Zukunft der Xbox-Cloud: Valve-Veteranin ebnet für Microsoft den Weg

Stefan Trunzik am 22.06.2021 09:57 Uhr
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Während Google seine First-Party-Pläne für den Spiele-Streaming-Dienst Stadia begraben hat, ist die Hoffnung bei Microsoft groß. Xbox-Spiele sollen in Zukunft nativ für das Cloud-Gaming entwickelt werden. Dafür holen die Redmonder die Ex-Stadia-Managerin Kim Swift ins Team.

"Wir wissen heute noch nicht genau, wie sie aussehen oder wie sie sich überhaupt spielen werden.", gibt Xbox Game Studios-Chef Peter Ways in einem Interview mit Polygon bekannt. Doch die so genannten "cloud native games" scheinen innerhalb der Gaming-Abteilung von Microsoft in den nächsten Jahren ein großes Thema zu werden. Die Frage nach dem Wie soll Kim Swift beantworten, die seit Juni als Senior Director ein passendes Team leitet. Beinahe zwei Jahre lang war sie zuvor als Game Design Director bei Google Stadia tätigt, ist jedoch vor allem für ihre Arbeit bei Valve und an Titeln wie Portal und Left 4 Dead bekannt.

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Microsoft will drei Milliarden Gamer erreichen

Wyse führt weiter aus: "Kim wird ein Team aufbauen, das sich auf neue Erlebnisse in der Cloud konzentriert, etwas, das unsere Mission unterstützt, unsere Xbox-Spiele an drei Milliarden Gamer zu bringen. Ich bin von der Idee des High-Fidelity-Gaming auf einem Smartphone super begeistert. Das ist die Möglichkeit, der ich immer wieder nachjage, ganz sicher." Fraglich ist, ob und wie sich Microsoft in diesen Bereich etablieren wird, in dem vor allem App-Entwickler der Plattformen Google Android und Apple iOS wildern. Mit simplen Mobilablegern bekannter Xbox-Franchises ist nicht zu rechnen. Schließlich würde man hierfür nicht die Leistung der xCloud benötigen.

Ein überwiegender Anteil von Spielen, die auf Streaming-Plattformen wie Google Stadia, Amazon Luna und auch im Xbox Cloud Gaming zur Verfügung stehen, werden nicht nativ für diese entwickelt. Es handelt sich um mal mehr, mal weniger gute Portierungen von PC- und Konsolenspielen, die von schnelleren Ladezeiten und einer hohen Leistung der Cloud-Server profitieren. Der Vorteil liegt nicht nur darin, Spiele über das Internet auf nahezu jedem Gerät wiederzugeben, sondern auch auf Downloads, Installationen und Update-Prozesse verzichten zu können.

Überlebenschancen höher als für Google Stadia-Exklusives?

Dass Worte und Namen in diesem Fall nur wie Schall und Rauch sein können, zeigt Google Stadia. Im Vorfeld des Release im November 2019 wurde die Ubisoft-Veteranin Jade Raymond an Bord geholt, um mit der Stadia Games and Entertainment-Abteilung an exklusiven Google-Spielen zu arbeiten. Anfang 2021 entschloss sich der Konzern jedoch seine Pläne auf Eis zu legen, da Google die damit verbundenen, exponentiell steigenden Kosten nicht länger tragen wollte.

Wie sich der Microsoft-Fahrplan entwickelt steht noch in den Sternen. Mit dem Upgrade der xCloud-Server auf Xbox Series X-Hardware steigt zumindest die Hoffnung. Zudem spricht die Gaming-Erfahrung der letzten Jahrzehnte für Microsoft und seine voraussichtliche Weitsicht in diesem Bereich. Im Gegensatz zu Google betreten die Redmonder hier kein Neuland.

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