Word, Excel & Co: Schüler wehren sich gegen Microsoft Office-Verbot

Stefan Trunzik am 21.06.2021 09:57 Uhr
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Der Empfehlung des Datenschutzbeauftragten von Baden-Württemberg nach sind die Risiken beim Einsatz von Microsoft-Diensten im Schulbereich "inakzeptabel hoch". Schüler befürchten ein mögliches Verbot von Office-Programmen und wehren sich mit einer Petition.

"Dieses Verbot würde uns in unserem Schulalltag, im übertragenen Sinne, in die Steinzeit zurück werfen. Das können wir gerade zu den aktuellen Pandemie-Zeiten und darüber hinaus nicht akzeptieren", so der Schüler Pascal Braun, dessen Petition gegen das Verbot von Microsoft-Produkten an Schulen in Baden-Württemberg mittlerweile über 7300 Stimmen sammeln konnte. Er sieht in einem möglichen Verbot die Gefahr, dass sich Schüler nicht angemessen auf das Arbeitsleben vorbereiten können und ein reibungsloser Schulalltag nicht gewährleistet werden kann.

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Datenschutzbeauftragter stuft das Risiko als "inakzeptabel hoch" ein

Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet, wehrt sich der durch die Petition angesprochene Landesdatenschutzbeauftragte von Baden-Württemberg, Stefan Brink, gegen die Vorwürfe, Microsofts Office-Software verbieten so wollen: "Ich habe die Software nicht verboten, sondern habe im Gegenteil mich monatelang darum bemüht, eine rechtskonforme Lösung zu finden." Diese konnte scheinbar nicht erreicht werden, weshalb sich Brink mit einer Risikobewertung an das Kultusministerium in Stuttgart wenden musste, um diese als "inakzeptabel hoch" einzustufen.

Die vollständige Kontrolle der Microsoft 365-Apps liegt laut Brink nicht in der Hand der Schulen, die somit nicht nachvollziehen können, welche und vor allem zu welchem Zweck personenbezogenen Daten von Microsoft verarbeitet werden. Dabei ist von zahlreichen Beschwerden von Schülern, Eltern und Lehrern die Rede, die sich ebenfalls gegen den Einsatz von Word, Excel, PowerPoint und Co. ausgesprochen haben sollen. Deshalb wird den Schulen schon jetzt empfohlen, sich anderweitig nach Office-Alternativen umzusehen.

Das 50-50-Lager und erste Microsoft Teams-Verbote in Hessen

Die Petition fordert im gleichen Atemzug "Mehr Pragmatismus und Augenmaß im Datenschutz". Ziel ist es, diese jetzt in den Petitionsausschuss des Landtages in Baden-Württemberg einzubringen. Stefan Brink schätzt den Anteil von Gegnern und Befürwortern in Bezug auf den Einsatz von Microsoft Office-Software in Schulen auf 50 zu 50 ein. Im Vorfeld wurde seitens des Landesdatenschutzbeauftragten von Hessen bereits die Videofunktion von Microsoft Teams an Schulen verboten. Dass die Datenschützer den Redmondern auch in Berlin kritisch gegenüberstehen, geht aus dem Schlagabtausch im letzten Jahr hervor.

Siehe auch:

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