Musk zum 'Plaid+'-Aus: "Über 400 Meilen Reichweite braucht man nicht"

Witold Pryjda am 07.06.2021 14:58 Uhr
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Mit dem Model S Plaid+ wollte der Elektroautobauer Tesla ein Model S auf "Steroiden" anbieten, dieses sollte nicht nur schneller sein, sondern auch eine größere Reichweite bieten. Doch Elon Musk hat diese spezielle Variante nun abgesagt - wie so oft per Tweet.

Teslas Model S Plaid Plus sollte das bisher stärkste Fahrzeug des US-Herstellers sein. Geplant war ein Serienauto auf Supercar-Niveau, die Höchstgeschwindigkeit sollte bei rund 320 km/h liegen. Das ist aber ohnehin nicht wirklich relevant, denn erreicht wird diese nur von den wenigsten, schon gar nicht in freier (Autobahn-)Wildbahn.

Der eigentlich interessante Punkt war deshalb die durchaus beeindruckende Reichweite von mehr als 830 Kilometern (520 Meilen). Aktuell kommt Teslas Model S Plaid maximal auf 390 Meilen, also knapp 630 Kilometer. Ursprünglich sollte das herkömmliche Plaid-Modell bereits nur wenige Wochen nach der Ankündigung im Februar dieses Jahres verfügbar sein, das Model S Plaid+ Ende 2021. Doch recht schnell stellte sich heraus, dass es nicht so schnell gehen wird und Plaid erst im Juni starten wird und Plaid+ erst irgendwann 2022.

Tesla Model S 2021

Die Verschiebung des Model S Plaid+ auf das nächste Jahr lässt vermuten, dass Tesla es von den Kapazitäten her nicht schafft, das Fahrzeug in naher Zukunft liefern zu können und das nun von Elon Musk angekündigte Aus damit zusammenhängt. Denn Musk schrieb einerseits "Model S geht diese Woche auf Plaid-Geschwindigkeit" und andererseits "Plaid+ wird gecancelt. Nicht nötig, denn Plaid ist einfach so gut".

Braucht man so viel Reichweite?

Electrek wollte es genauer wissen, was der Tesla-Chef meint und Musk teilte mit, dass eine Reichweite von mehr als 400 Meilen gar nicht nötig sei: "Sobald man eine Reichweite von über 400 Meilen hat, bringt mehr nicht wirklich etwas. Es gibt im Wesentlichen keine Fahrten über 400 Meilen, bei denen der Fahrer nicht ohnehin für Toilette, Essen, Kaffee usw. anhalten muss."

Was Musk nicht erwähnt: Im Winter sinkt die Reichweite teilweise signifikant, zudem ist Reichweite für viele immer noch ein psychologischer Faktor beim Kaufentscheid zugunsten eines Elektroautos.
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