Leistungsschutzrecht: Jetzt geht der Streit um die Geld-Verteilung los

Christian Kahle, 01.06.2021 14:58 Uhr 6 Kommentare
Die Einheitsfront unter den Großverlagen, die zur Durchsetzung ihres Leistungsschutzrechtes aufgebaut wurde, hielt nicht besonders lange. Jetzt geht das Hauen und Stechen um die Anteile los, die man den Online-Angeboten abnötigt. Eigentlich sollte das Unternehmen VG Media für das Eintreiben der Lizenzgebühren, die den Verlagen durch die entsprechenden gesetzlichen Regelungen zugestanden werden, sorgen und die Gelder dann an die Verlage verteilen. Die Firma wurde inzwischen in Corint Media umbenannt. Nun kündigte die Madsack-Gruppe an, die Zusammenarbeit zum kommenden Jahreswechsel einzustellen.

Den größten Anteil an den Geldern, die über das Leistungsschutzrecht für Presseverlage eingesammelt werden, dürfte an den Axel Springer-Konzern fließen. Damit will man sich bei Madsack nicht abfinden. Zu der Verlagsgruppe gehören in erster Linie eine ganze Reihe von Lokalzeitungen und regionale Anzeigenblätter, die nur auf eine begrenzte Reichweite kommen.

Druck auf Verteilfirma

"Unserer Auffassung nach sollten vor allem auch diejenigen journalistischen Angebote vom gesetzlichen Leistungsschutz profitieren, die auf kostenintensive Recherche und Qualität setzen und auf mitunter zweifelhafte Reichweitenmaximierung verzichten", sagte Madsack-Chef Thomas Düffert. Dem werde die aktuelle Ausrichtung der Corint Media nicht gerecht.

Mit der Zustellung des Kündigungsschreibens will man nun den Druck erhöhen. "Bis zum Jahresende wollen wir unsere Rolle als Gesellschafter und Vertragspartner der Corint Media GmbH jedenfalls in diesem Sinne konstruktiv nutzen, um eine Neujustierung zu erreichen", so Düffert. Das bedeutet: Wenn sich nichts ändert und die Gelder anders verteilt werden, ist die Verlagsgruppe raus und die Legitimität Corint Medias als Vertreter der gesamten deutschen Verlagslandschaft wird nachhaltig in Frage gestellt.

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