Tausende beim Geburtstag: Die Facebook-Party kehrt per TikTok zurück

Christian Kahle am 31.05.2021 08:35 Uhr
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Es scheint, als müsste wirklich jede neue Generation die alten Fehler immer noch einmal wiederholen: Während vor zehn Jahren unkontrollierte Facebook-Parties für Schlagzeilen sorgten, werden solche Events nun von TikTok hervorgerufen.

Ein Jugendlicher wollte in der letzten Woche eigentlich nur seinen Geburtstag in Huntington Beach feiern, einem der bekanntesten Strände Kaliforniens. Aufgrund einer unglücklichen Verkettung der Umstände erreichte die Einladung aber nicht nur seine Freunde, sondern sorgte für einen Massenansturm auf die Stadt bei Los Angeles, wie aus einem Bericht der Los Angeles Times hervorgeht.

Ein kurzes TikTok-Video, mit dem der Jugendliche seine Freunde informieren wollte, wurde aus nicht nachvollziehbarem Grund vom Empfehlungs-Algorithmus des Social Networks aufgegriffen und zahlreichen Usern überregional in den Feed gespült. Insbesondere auch die langen partyfreien Monate der Corona-Zeit trugen daraufhin dazu bei, dass tausende die Idee aufgriffen und sich einfach mal auf den Weg machten.

Wer trägt die Kosten?

Laut den lokalen Behörden versammelten sich Samstag Nacht daraufhin mindestens 2500 Besucher - viele von Auswärts, teils sogar aus anderen Bundesstaaten. Teilweise eskalierte die Lage und in der Innenstadt sowie am Strand nahmen Polizisten insgesamt 175 Personen in Gewahrsam. Glücklicherweise hatten die Behörden wohl noch Erinnerungen an die Zeit vor zehn Jahren, als immer wieder Facebook-Einladungen aus dem Ruder liefen, und konnten sich im Vorfeld hinreichend vorbereiten, so dass Schlimmeres verhindert werden konnte.

Schäden gab es trotzdem. Kritisch wurde es, als zu viele Menschen auf einen Rettungsschwimmer-Turm kletterten und dieser zusammenbrach. Auch ein Schaufenster ging zu Bruch. 150 Beamte sorgten allerdings dafür, dass alles weitgehend unter Kontrolle blieb. Nun aber rätselt man, wer eigentlich die Kosten des Einsatzes zu tragen hat. Der überraschte Tiktok-Nutzer hat sich eigentlich nichts zu Schulden kommen lassen - anders als bei den problematischen Facebook-Events, die meist auf falschen Einstellungen beruhten.

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