Huawei: Erstes ARM-basiertes Notebook mit Linux & Smartphone-CPU

Roland Quandt, 11.05.2021 12:15 Uhr 4 Kommentare
Huawei hat erstmals ein Notebook entwickelt, das komplett auf in China produzierter Hardware basiert. Das Huawei L410 ist im Grunde ein ARM-basiertes Laptop mit Huawei Kirin 990 SoC im Gehäuse eines MateBook und kommt zunächst nur lokal auf den Markt. Das Huawei Qingyun L410 geistert eigentlich schon seit einigen Monaten durch die Welt, war es doch bereits vor längerer Zeit in Huaweis eigener Online-Dokumentation für das Linux-Derivat UOS aufgetaucht. Das Gerät scheint nun aber tatsächlich auf den Markt zu kommen, wobei Huawei Preise von umgerechnet fast 1000 Euro dafür aufrufen will.

Alte Smartphone-Plattform unter der Haube

Technisch basiert das 14-Zoll-Notebook auf einem Huawei HiSilicon Kirin 990 Octacore-SoC, wie er bis vor rund zwei Jahren in einigen High-End-Smartphones aus der Huawei Mate- und Huawei P-Serie zum Einsatz kam. Der Chip hat zwei besonders leistungsstarke Kerne mit maximal 2,86 Gigahertz und zwei weitere starke Cores mit maximal 2,09 Gigahertz. Außerdem sind vier stromsparende Rechenkerne mit 1,8 GHz integriert.

Huawei Qingyun L410 ARM-Laptop mit Linux
Huawei Qingyun L410 ARM-Laptop mit Linux

Außerdem sind acht Gigabyte LPDDR4-RAM und entweder 256 oder 512 Gigabyte große UFS-basierter Flash-Speicher integriert. Im Grunde steckt hier also ein Mainboard mit Smartphone-Technik unter der Haube. Das Gerät verfügt außerdem über einen Fingerabdruckleser und die auch bei anderen Huawei-Notebooks getarnt zwischen den Funktionstasten untergebrachte 720p-Webcam.

Der 14-Zoll-Bildschirm ist im 3:2-Format gehalten und bietet eine 2K-Auflösung, wie man sie auch von anderen Intel-basierten MateBook-Modellen von Huawei kennt. Mit 1,49 Kilogramm Gewicht und einer Bauhöhe von nur 15,9 Millimetern ist das Gerät im Grunde ein ganz normales Notebook, wäre da nicht die ARM-Plattform und das chinesische Linux.

Ob Huawei das Qingyun L410 jemals außerhalb Chinas auf den Markt bringt, darf stark bezweifelt werden. Der chinesische Hersteller vertreibt hierzulande weiterhin seine Intel- und AMD-basierten Notebooks. Außerdem bringt man nach aktuellem Kenntnisstand im Juni auch einen ersten Office-PC mit Windows 10 in einigen europäischen Ländern in den Handel.
4 Kommentare lesen & antworten
Folge WinFuture auf Google News
Desktop-Version anzeigen
Hoch © 2023 WinFuture Impressum Datenschutz Cookies